Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 768

Grundwasser, Bezeichnung für die unterirdisch vorhandenen, meistens in langsamer Bewegung befindlichen Wasservorräte, die in durchlässigen Gesteinen (Sand, Kies, Sandsteinen, Kalken) zirkulieren und durch Brunnengräbungen oder Bohrungen erschlossen und nutzbar gemacht werden können. In gewissen Steppen- und Wüstengebieten (Deutsch-Südwestafrika), denen oberflächlich fließendes Wasser fehlt, ist die ganze Besiedelungsmöglichkeit bzw. die Möglichkeit, sie zu passieren, an das Vorhandensein und die Erschließbarkeit dieses G.s gebunden, das natürlich besonders im Untergrunde der trockenen Flußtäler (Riviere [s.d.]) vorhanden ist. Auch die in den Spalten (Verwerfungsklüften) der Gebirgsschichten zirkulierenden und aus ihnen zum Teil in Form von Quellen zutage tretenden Wassermassen werden manchmal unter den Begriff des G.s gerechnet.

Gagel.