Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 769 f.

Guaven oder Guajaven, die eßbaren Früchte des zu den Myrtengewächsen gehörenden mittelgroßen Baumes Psidium guajava und verschiedener Spielarten und Rassen, die aber auch zum Teil als selbständige Arten angesprochen werden. Für die Stammform hält man Psidium pomiferum. Sie ist eine der widerstandsfähigsten Sorten und gedeilit noch im Mittelmeergebiet. Psidium catleyanum ist die sogChinesische Guajave oder Erdbeerguajave, P. aracadie brasilianische G. Auch andere verwandte Arten haben eßbare Früchte. Am verbreitetsten sind aber P. guajava und die chinesische G. Die Früchte der ersteren haben etwa die Größe einer Zitrone und sind von den 4 Lappen des Kelches gekrönt. Die dünne Fruchtschale ist von schöner goldgelber Farbe und schließt ein, saftiges, weißes, rötliches oder grünliches Fruchtmus von starkem, aber feinem Wohlgeruch ein, in dem die kleinen harten Samen unregelmäßig verteilt sind. Bei der chinesischen G. sind die Früchte nur etwa so groß wie Kirschen oder Pflaumen, schön weinfarben und haben einen ausgesprochenen Erdbeergeruch. Sie gelten mit für das feinste Obst der Tropen. Die Kultur der G. macht keine erheblichen Schwierigkeiten. Man zieht. sie aus Samen oder aus Stecklingen. Durch gute Auswahl der Sorten und sorgfältige Kultur erhält man wertvollere und marktfähigere Früchte. Sie werden fast in allen Tropen bis in die Subtropen hinein kultiviert und nicht nur als Obst genossen, sondern dienen vielfach zur Herstellung von Gelee, Sirup und Marmeladen. -In Ostindien haben verwandte Pflanzen, Eugenia jambos, der Rosenapfel und andere Eugenia - Arten, ähnliche Früchte und finden eine gleiche, aber beschränktere Verwendung.

Voigt.