Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 770

Guineabucht, der Teil des Atlantischen Ozeans, der tief in die Westseite Afrikas eingreift und die Gliederung dieses Erdteils in einen nördlichen und einen südlichen Teil bedingt. Die G. ist von ziemlich regelmäßiger Halbkreisform. Auf einem Radius dieses Kreises liegen die 4 vulkanischen Inseln Annobon, San Thomé, Principe und Fernando Po, die beiden äußeren spanischer, die beiden inneren portugiesischer Kolonialbesitz. In der Fortsetzung dieser Linie vulkanischer Erhebungen liegt im innersten Winkel der Bucht der Kamerunberg. Nördlich und südlich davon dehnt sich die Küste der deutschen Kolonie Kamerun aus. Nördlich schiebt sich in sanftem Bogen das Delta der Nigermündung vor, das die Bucht von Benin im Westen abschließt. Vom Niger bis zum Kap Lopez im Süden heißt die Bucht auch Biafrabai. Im Norden bis zum Kap Palmas zeigt die G. eine ziemlich glatte Küstenlinie mit Lagunen und Strandseen, mit Ausnahme des Kap Three Points, im Süden, bis zur Mündung, des Kongostroms, ist die Küste durch Buchten und tiefe, trichterartige Flußmündungen etwas reich gegliedert.

Passarge - Rathjens.