Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 774

Gurma, Land und Volk im französischen Gebiet Haut Senegal et Niger an der Nordgrenze des Schutzgebietes Togo mit. den Hauptorten Fadan Gurma und Pama. Letzterer war von der deutschen Verwaltung zeitweise besetzt. Das Gebiet fiel jedoch nach Abschluß des deutsch - französischen Abkommens vom 23. Juli 1897 an Frankreich. Ein Teil des G.stammes ragt noch in das Schutzgebiet Togo herein, und zwar gehört ihm die Bevölkerung der im Bezirk Sansane- Mangu - gelegenen Landschaften Natjintendi, Dapong, Kantindi und Borgu mit rund 39 000 Köpfen an. Sie sind Ackerbauer, Pferde- und Viehzüchter. Zahlreiche andere Volksstämme sind mit den G. verwandt und dürfen zusammen mit ihnen als G. - Völkergruppe bezeichnet werden. Außer den bereits erwähnten Stämmen sind zur G.gruppe zu rechnen die Konkomba, die Bassariten einschließlich Bitjem und Tschamba, nach den Forschungen Frobenius ferner noch die Bewohner von Kumongu, Djeburi (Gando) und wahrscheinlich auch die Tamberma- und Ssolaleute. Nach den Forschungen des Freiherrn von Seefried sollen die Bewohner der oben erwähnten Landschaft Kantindi aus Mossi stammen.

Literatur: Dr. Asmis, Die Stammesrechte des Bezirkes Sansane - Mangu, Zeitschr. f. vergl. Rechtswissenschaft Bd. XXVII, Stuttg. 1912. - L. Frobenius, Auf dem Wege nach Atlantis. Berl. - Charlottenb. 1911. - B. Groh, Sprachproben aus zwölf Sprachen des Togohinterlandes, Mitt. d. Orient. Sein. 1911., - Grat Zech, Land und Leute an der Nordwestgrenze von Togo, Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1904.

v. Zech.