Hübbe-Schleiden, W. H., geb. 20. Oktober 1846 zu Hamburg, ist
einer
der ersten Vorkämpfer für die Ideen der deutschen Kolonialpolitik. Nach
theoretischen und praktischen volkswirtschaftlichen Studien und einem
längeren
Aufenthalt in Westafrika veröffentlichte er 1879 das Werk: Äthiopien, in
dem H. als erster auf die Bedeutung des tropischen Afrika und die
Notwendigkeit
einer deutschen Kolonialpolitik hinwies. Als dann Fabri
(s.d.) mit ähnlichen Gedanken in die Öffentlichkeit getreten war, wirkten
beide zusammen, um die rheinische Großindustrie für den kolonialen
Gedanken
zu gewinnen. H. veröffentlichte eine Reihe Schriften, die zur Gewinnung
der öffentlichen Meinung wesentlich beigetragen haben, so: Überseeische
Politik (1881/83); Die Weltwirtschaft und die sie treibende Kraft (1882).
Später hat H. sich ganz philosophischen Studien zugewendet.