Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 5

Hafenabgaben, Abgaben, die von den Schiffen oder deren Ladung für die Benutzung von Schiffahrtsanlagen sowie für Dienstleistungen (Lotsen usw.) erhoben werden. - In Togo werden an dessen einzigem Hafenplatz Lome neben den im Landungsbrückentarif vorgesehenen Gebühren keine besonderen H. erhoben. - In Kamerun werden in Duala von den Schiffen, welche Güter bringen oder nehmen, H. nach der Größe der Schiffe erhoben (V. vom 10. Febr. 1891 [KolBl. 1891, 309], ergänzt durch V. vom 29. Okt. 19W [KolBl. 1910, 80]. - In Deutsch- Südwestafrika werden in Swakopmund und Lüderitzbucht H. von Personen, Tieren und Gütern erhoben (Hafentarife im KolBl. 1912, 854 u. 888); außerdem in Lüderitzbucht Lotsengebühren (Hafenordnung im KolBl. 1910, 355). - In Deutsch-Ostafrika werden Befeuerungs- und Betonnungsgebühren erhoben (V. vom 17. Sept. 1903 [KolBl. 1903, 574]); in Daressalam Lotsengebühren (Lotsenordnung vom 9. Sept. 1913 [KolBl. 1913, 972]) und Kaiabgaben; in Tanga Kaiabgaben (s. Hafentarife im KolBl. 1914, 541 u. 549). Die Lotsengebühren sind nach der Größe der Schiffe, die Kaiabgaben nach der Menge der Güter bemessen. - In Deutsch- Neuguinea werden in Friedrichs-Wilhelmshafen und Ponape H. nach der Größe der Schiffe erhoben (Hafenordnung vom 23. Jan. 1911 [KolBl. 1911, 336]). - In Samoa werden in Apia H. und Lotsengebühren nach dem Tiefgang der Schiffe erhoben (V. vom 12. Nov. 1909 [KolBl. 1910,312]). - In Kiautschou werden in Tsingtau H. nach der Größe der Schiffe und der Liegezeit, Lotsengebühren nach dem Tiefgang der Schiffe (s. Hafenordnungen) und Kaibetriebsgebühren erhoben. - Außerdem werden in den meisten Häfen noch Quarantänegebühren erhoben. Näheres s. Schiffahrtsabgaben.

Fischer.