Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 11

Haifische, Squalides, zur Ordnung der Knorpelfische (s. Fische) gehörige Fische mit langgestrecktem, zylindrischem Körper und mächtigem, biegsamen, schwertförmigen Schwanz, von denen man etwa 150 Arten kennt. Die meisten Arten leben zwischen den Wendekreisen. Viele werden, neuerdings auch in Deutschland (Dornhai, Heringshai) gern gegessen. Außer dem Muskelfleisch essen die Chinesen auch noch die Flossen einiger Arten, und aus der Haut, die nicht mit Schuppen, sondern mit verkalkten Papillen bedeckt ist, wird "Chagrin" hergestellt. Während viele Arten, unter denen sich sehr große befinden, nur mit kleinen Zähnen versehen sind und sich nur von kleinen Fischen, Muscheln und anderen wirbellosen Meerestieren nähren, leben meist in den tropischen Gewässern andere mit mächtigen, schneidenden Zähnen ausgestattet und gehören zu den fürchterlichsten Raubtieren, die auch dem Menschen sehr gefährlich werden (Menschenhaie). Zu diesen letzteren gehören: Der Blauhai, Carcharias glaucus Rond., 4-6 m lang, der Hammerhai, Zygaena malleus Risso, etwas kleiner, mit hammerförmigem Kopf, an dessen beiden Enden die Augen seitlich sitzen, der Riesenhai, Carcharodon Rondeleti M. H., der bis 13 m lang wird, der fürchterlichste aller H. Von den sich von kleinen Fischen und anderen Meerestieren nährenden H. kommen an der Küste von Deutsch- Südwestafrika vor: der Hundshai, Galeus, bis 1,50 m lang und der Katzenhai, Scyllium, beide gut eßbar. In den gemäßigten Meeren, auch der südlichen Halbkugel, lebt der Dornhai (s. d.) Acanthias, der ebenfalls eßbar ist und einen Stachel vor jeder der beiden Rückenflossen hat. An der Küste von Deutsch- Ostafrika werden viele H. gefangen, deren Fleisch getrocknet als besondere Delikatesse geschätzt wird. Die Flossen werden gleich nach dem Fang abgeschnitten, gesondert getrocknet und, in Matten verpackt, von indischen Händlern nach China exportiert.

Lübbert.