Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 12

Hamburg-Amerika-Linie. Das insgesamt ca. 70 wichtige Überseelinien umfassende Verkehrsnetz der Gesellschaft enthält folgende für die Kolonien in Betracht kommende Verbindungen: 1. West- und Südwestafrikadienst. Die Gesellschaft hat sich mit der Woermann-Linie und der Hamburg-Bremer Afrika-Linie zu einem gemeinsamen Afrikadienst vereinigt, der 13 verschiedene Linien mit monatlichen Abfahrten umfaßt. Es werden unterhalten: 2 Linien nach Kamerun, 2 Linien nach Togo, je eine Linie nach Liberia und der Elfenbeinküste, nach Lüderitzbucht, nach dem Kongo, der Goldküste, nach Lagos, Forcados, nach Angola und Deutsch-Südwestafrika, nach Swakopmund, nach Guinea und nach Lagos und den Ölflüssen. Auf sämtlichen Linien werden eine Reihe von westafrikanischen Zwischenhäfen angelaufen. - 2. Ostafrikadienst. Einige Dampfer der Gesellschaft laufen im Reichspostdampferdienst der Deutschen Ostafrika-Linie. - 3. New York - Westafrika. In Gemeinschaft mit der Woermann-Linie, der Hamburg-Bremer Afrika-Linie und der englischen Reederei Elder, Dempster & Co. unterhält die Hamburg-Amerika-Linie regelmäßig zweimonatliche Fahrten zwischen New York und west- bzw. südwestafrikanischen Häfen. - 4. Ostasiendienst. Dem Verkehr zwischen Deutschland und dem ostasiatischen Schutzgebiet Kiautschou dient die Gesellschaft durch eine direkte vierzehntägliche Verbindung über Antwerpen, Port Said, Manila, Dalni nach Tsingtau. Die übrigen ostasiatischen Hauptlinien der Gesellschaft haben durch Küstenlinien (Schanghai - Tsingtau; Schanghai - Tsingtau- Tschifu-Tientsin) Anschluß nach den Kolonien. Diese ostasiatischen Verbindungen der H.-A.-L. haben seit 1903 ausschließlich der Frachtschiffahrt gedient. Vom 1. Okt. 1914 wird die Gesellschaft sich auch der Passagierfahrt nach Ostasien widmen. S. a. Dampfschiffahrt und Postverbindungen.