Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 16

Handarbeitsunterricht. Mehr und mehr hat sich die Überzeugung Bahn gebrochen, daß beim Unterricht der Eingeborenen besonderer Wert auf die praktische Seite der Erziehung zu legen ist. Sowohl in den Regierungsschulen (s.d.) wie in den Missionsschulen (s. Missionsschulwesen) ist man daher bestrebt, die Schüler in technischen Fertigkeiten zu unterweisen. Für die Knaben und jungen Männer bestehen vielfach besondere Handwerkerschulen (s.d.), während in den Mädchenschulen der Missionen der Handarbeitsunterricht meist neben dem sonstigen Volksschulunterricht einherläuft. Für Togo ist in den Lehrplan dieser Schulen auch die Ausbildung der Mädchen an Maschinen mit Handbetrieb (Maismühlen, Kassadaraspel, Kernknacker, Waschapparate) aufgenommen, von der Erwägung ausgehend, daß bei dem von den Eingeborenen angewandten Verfahren zur Aufbereitung der Erzeugnisse ihres Wirtschaftslebens die Hauptarbeit den Frauen aufgebürdet ist.

v. König.