Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 36

Handwerkerschulen. In den tropischen Kolonien ist der Weiße im allgemeinen nicht in der Lage, schwere körperliche Arbeiten dauernd zu verrichten. Teils aus diesem Grunde, teils auch, um die Eingeborenen zu praktischer Arbeit zu erziehen, hat die Verwaltung besondere H. begründet. So besteht in Buea und Duala (Kamerun) je eine Tischlerei, in Buea mit einer Polsterei verbunden; in Buea besteht eine Druckerei mit farbigen Lehrlingen; in Lome (Togo) werden Tischler, Schlosser, Schneider ausgebildet. In Ostafrika bestehen größere H. in Tanga (Druckerei, Tischlerei, Drechslerei, Schmiede), Daressalam, Neu-Langenburg und Bagamojo, solche kleineren Umfangs in Tabora, Pangani und Udjidji. Auch seitens, der Missionen sind H. begründet worden. So bildete die Presbyterianermission in Kamerun Tischler, Schneider, Möbelflechter aus, die Pallottinermission daselbst Schreiner, Schneider, Schuhmacher, Ziegelarbeiter; die Steyler Mission in Togo begründete eine H. in Lome, und auch die Norddeutsche Mission in Togo zieht die Schüler überall zur Hand- und Landarbeit heran. In Ostafrika besitzen H. die Berliner Missionsgesellschaft in Usaramo, Kondeland und Uhehe, ebenso die "Weißen Väter" auf einer Reihe von Stationen ihrer Vikariate. S.a. Baugewerbe und Missionsschulwesen.

v. König.