Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 40

Harmattan. Unter H. versteht man in Ober-Guinea einen in der Trockenzeit wehenden, sehr trockenen, mit Staub und Sand beladenen Nord- bis Nordostwind, der an der Küste bis Südost drehen kann. Wegen seiner großen Trockenheit wird er als kühl, oft sogar als unangenehm kühl empfunden. Er kann schwer schädigend, gelegentlich vernichtend auf die Pflanzenwelt wirken. Am häufigsten tritt der H. in den Monaten November bis Januar gelegentlich auch in den benachbarten auf. Die H.trübe wird nach den Beobachtungen, die Hauptmann Frhr. v. Seefried Ende 1912 und Anfang 1918 im Norden von Togo angestellt hat, hauptsächlich durch in der Luft schwebende Trümmer von Diatomeen verursacht; den Kohle- und Ascheteilchen dürfte wohl nur eine nebensächliche und lokale Bedeutung für die Entstehung bzw. Steigerung der Trübe zukommen. In den deutschen Kolonien ist der H. in Togo und Kamerun bekannt.

Heidke.