Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 44

Haschisch, ein Narkotikum des Orients, das aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa; s. Hanf) gewonnen wird. In Indien kennt man 2 Sorten H.: 1. Bhang, d. h. die zur Blütezeit entnommenen, zerkleinerten Blätter, welche mit Wasser und etwas schwarzem Pfeffer zu einer grünen Flüssigkeit zerrieben werden; 2. Ganja, d. h. die entblätterten Spitzen weiblicher Pflanzen, die reich an einem Harz sind. - Bhang wird getrunken, Ganja mit Tabak gemischt geraucht. Beide rufen Rauschzustände hervor, die in ihrer Eigenart und in ihren Wirkungen dem Opiumrausch ähnlich sind. In unseren afrikanischen Kolonien ist wohl nur das H.-Rauchen durch Inder und Araber verbreitet worden, doch scheinen es immer nur vereinzelte Individuen zu sein, die dem Laster ergeben sind. In jeder größeren Karawane finden sich einige Träger, die sich gelegentlich zurückziehen und flach auf dem Bauche liegend dem Genuß des H.-Rauchens frönen. Sie werden dabei von einem quälenden Husten geplagt, der erst aufhört, wenn Betäubung eintritt. Leidenschaftliche H.-Raucher sind die Betchuanen, von denen namentlich auch die Hottentotten und andere Stämme im Gebiet der Kalahari die Unsitte angenommen haben.

Volkens.