Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 49

Haushunde sind in allen deutschen Schutzgebieten vorhanden. In neuerer Zeit hat man mit verschiedenem Erfolge Hunde europäischer Rassen einzubürgern versucht. In den Küstenländern von Togo und Kamerun werden kleine, an Foxterrier erinnernde Hunde mit langen aufrechten Ohren, feinen Läufen und geringeltem, kurz behaartem Schwanze als Schlacht- und Jagdhunde gehalten. Im Hinterlande von Togo sieht man bei den Eingeborenen größere spitzschnauzige Tiere in mehreren Rassen, die aber ebensowenig genauer untersucht worden sind wie die schakalartigen H. in Adamaua und die Jagdhunde der Haussa. Die Hunde der Hottentotten haben spitze, aufrechte Ohren, struppiges, meist graues Fell und werden als Jagdhunde sehr gerühmt. Die Hunde der Eingeborenen von Deutsch- Ostafrika scheinen keiner einheimischen Rasse anzugehören und sind vielleicht in früheren Zeiten durch Inder, Araber und Portugiesen eingeführt worden. Eine besondere Rasse ist aus, Unjamwesi bekannt; sie sind mittelgroß, haben einen Ringelschwanz und ähneln den in Karagwe und Ruanda gehaltenen. Meistens ist ihre Farbe rotgelb, zuweilen mit weißen Abzeichen. Bei den Wahuma sollen windspielartige Hunde vorkommen. Über alle diese Rassen weiß man noch sehr wenig, und es ist dringend nötig, Felle und Schädel von H. aus Gegenden, wo sie untereinander sehr ähnlich sind, zu sammeln und dem Museum der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin zu überweisen. Die Hunde in den Dörfern der Neuguineabewohner erinnern in ihrer Gestalt an westafrikanische Küstenhunde.

Matschie.