Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 51

Haussastaaten. Die Staaten der Haussa (s.d.) lagen im Gebiete zwischen dem Niger und dem Tsadsee. Die Zeit ihrer Entstehung ist unbekannt, doch nimmt Barth an, daß sie jüngeren Ursprungs seien. Sie teilten sich in die "sieben Haussa", das sind die sieben echten H. und die "nichtigen Sieben" oder die sieben unechten H. Erstere waren Biram, Dauro, Gober, Kano, Rano, Katsena und Segseg. Die letzteren, in denen die Haussasprache zu großer Ausdehnung gekommen ist, sind die Landschaften Sangara, Kebbi, Nupe, Guari, Jariba, Jauri und Kororofa. Die Fulbe (s.d.), die im Laufe der Jahrhunderte vom Senegal bis zum Benue gewandert waren, wurden ursprünglich von den Haussa unterdrückt. Im Jahre 1802 erhoben sie sich unter dem Wanderprediger Othman dan Fodio und überrannten leicht die H., die in der Zeit zerrüttet und schwach geworden waren. Auf dem Boden der H. gründeten dann die Fulbe das Reich Sokoto.

Literatur: Barth, Reisen in Afrika 11. - Oppenheim, Rabeh. Passarge- Rathjens.