Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 53

Heimatshafen heißt in der Schiffahrt der Hafen, von dem aus mit dem Schiffe die Seefahrt betrieben wird. Den Namen des H. muß jedes Schiff in gut lesbarer Schrift am Heck führen. Dem H. kommt in mehrfacher Hinsicht für das betreffende Schiff eine rechtliche Bedeutung zu. Das Schiffsregister des H. ist dasjenige, in welches die Eintragung zu erfolgen hat. (s. Schiffsregister). Der H. begründet einen besonderen Gerichtsstand sowohl in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten (für alle Ansprüche gegen den Reeder oder gegen Mitreeder) als auch im Strafprozeß (für alle auf dem Schiff begangenen Straftaten). Die einschlägigen, dem bürgerlichen, Straf- und Prozeßrecht angehörenden Vorschriften, wie § 10 StPO. und die im vierten Buche des HGB. enthaltenen, gelten gemäß § 3 SchGG., § 19 KonsGG. auch für diejenigen Schiffe, deren H. in einem deutschen Schutzgebiete liegt, die bürgerlichrechtlichen jedoch nur, soweit sich nicht ein entgegenstehendes Gewohnheitsrecht gebildet hat (§ 40 KonsGG.).

Gerstmeyer.