Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 63

Hermitinseln (dazu Karte S.64) oder Luf, Agomes, Eremiteninseln, Los Eremitaños, bewohntes Atoll des nordwestlichen Bismarckarchipels (Deutsch-Neuguinea) zwischen 144° 56'-145° 8' ö. L. und 1° 26'-36' s. Br., mit hügeligen, vulkanischen Inseln im Innern der durch einige Durchfahrten zugänglichen Lagune. Die höchste Erhebung, auf der Hauptinsel Luf gelegen, erreicht 244 m. Auf der Doppelinsel Maron und Akib befindet sich der Sitz der Heinr. Rudolf Wahlen G.m.b.H. (s.d.), die auf dieser wie den benachbarten Inseln Kokosnußplantagen angelegt hat und auch Handelsstationen unterhält, die von den Eingeborenen Kopra eintauschen. - Die H. gehören verwaltungsseitig zum Bismarckarchipel und unterstehen somit der Leitung des Gouverneurs von Deutsch-Neuguinea. Die lokale Verwaltung liegt in den Händen des Stationsleiters auf Manus (Admiralitätsinseln), der auch die Eingeborenengerichtsbarkeit und die standesamtlichen Geschäfte daselbst ausübt; im übrigen gehören die Inseln zum Amtsbezirk des Obergerichts und des Bezirksgerichts Rabaul. Missionsstationen befinden sich nicht auf den Inseln. Auf Maron ist eine Postagentur. Die Inselgruppe wird achtwöchentlich von den Dampfern der Austral-Japan-Linie angelaufen. Daneben unterhält die H. R. Wahlen G.m.b.H. für den Verkehr auf ihren Stationen noch verschiedene Motor- und Segelkutter und hat zurzeit einen Dampfer hierfür im Bau. Vgl. Deutsche Seekarte Nr. 408 (nach Aufnahmen des "Planet" 1906). Über die Bevölkerung (s. Tafel 27) s. Paramikronesien.