Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 69

Ho, Landschaft mit gleichnamiger Hauptstadt und Regierungsstation im Verwaltungsbezirk Misahöhe in Togo.

1. Die Landschaft H. liegt am Ostfuß einer Nebenkette des zentralen Togogebirges im südwestlichsten Teile des genannten Schutzgebietes. Die Bevölkerung gehört den in Südtogo außerordentlich zahlreichen kleinen Ewestämmen an. Sie ist heidnisch. Dank der Tätigkeit der Missionen, insbesondere der in H. seit mehr als 50 Jahren ansässigen Norddeutschen Missionsgesellschaft befinden sich in H. auch zahlreiche Christen. Die H.leute sind Ackerbauer und haben sich u. a. auch dem Baumwollbau zugewendet.

2. Auf dem Gebirgszug westlich der Stadt H. liegt die 1902 gegründete Verwaltungszwecken dienende, dem Bezirksamt Misahöhe unterstehende, dauernd von einem europäischen Beamten besetzte Nebenstation H., mit der eine Zollhebestelle und eine Regenmeß- Station verbunden ist. Bei H. befindet sich eine Regierungsversuchspflanzung. H. ist Post- und Telegraphenanstalt. Seehöhe der Station H. 325 m. Mittlere jährliche Regenmenge 1183 mm (Mittel aus 7-8 Beobachtungsjahren). - Die Norddeutsche Missionsgesellschaft unterhält in H. seit 1859 eine von Europäern besetzte Hauptstation, welche 1869 von den Asanteern bei einem Einfall in H. zerstört wurde, und 1 Kirche. Die katholische Steyler Mission besitzt in H. gleichfalls eine von Europäern besetzte Station. Mehrere europäische Handelshäuser unterhalten in H. Zweigniederlassungen. Die Togo-Baumwollgesellschaft m. b. H. hat in H. eine Baumwollentkernerei in Betrieb.

Literatur: Parole, Die politische Vergangenheit des westlichen Togogebietes in Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1891. - A. W. Schreiber, Bausteine zur Geschichte der Norddeutschen Missionsgesellschaft. Bremen 1911. J. Spieth, Die Ewe-Stämme. Berl. 1906. F. X. Zahn, Vier Freistätten im Sklavenlande. Bremen 1870.

v. Zech.