Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 76

Hoornkrans, Name des Ortes in Deutsch-Südwestafrika, der eine Zeitlang den Hauptsitz Hendrik Witbois (s.d.) und seiner Krieger bildete. H. lag in dem Massiv des Gansberges im Westen des Rehobother Landes, der schon dem Jan Jonker mit seinen Afrikaanern (s.d.) nach ihrer Vertreibung aus Windhuk als Sitz gedient hatte. Der Ort H. lag auf einem flachen Bergrücken und war, ein Zeichen für die Intelligenz des berühmten Häuptlings, auf zwei Seiten durch eine mit Schießscharten versehene, halbhohe Mauer befestigt. Von hier aus unternahm Hendrik die meisten seiner späteren Züge in das Hereroland, und hier begann mit dem Angriff der Schutztruppe am 12. April 1893, der eine Reihe weiterer Gefechte in der Umgebung dieses Platzes folgten, der erste große Kampf mit den Eingeborenen des Schutzgebiets. Schließlich wurde Hendrik von dem neuen Stammsitze in die Naukluft abgedrängt, und damit hatte H. jede weitere Bedeutung verloren, um so mehr, als die Witbois in ihr altes Gebiet Gibeon überführt wurden.

Literatur: H. v. François, Nama und Damara. Magdebg. - K. Schwabe, Mit Schwert und Pflug in Deutsch-Südwestafrika 2. Aufl., Berl. 1904.

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