Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 96

Ingenieure. I. im Dienste der Schutzgebietsverwaltungen sind auf Baugewerkschulen vorgebildete Techniker des Wasser-, Wege-, Eisenbahnbaues oder des Maschinenbaufaches, die den Baureferenten oder Bauräten (s.d.) oder den Eisenbahnkommissaren (s.d.) des Gouvernements als Hilfskraft zugeteilt sind. Sind es Diplom-I., d.h. solche mit abgeschlossener Hochschulbildung, so vertreten sie unter Umständen selbständig den Eisenbahnkommissar. Ältere I., die eine selbständige Aufsichtsstellung über weiße Untergebene innehaben, werden zu Abteilungs-I. ernannt und als solche in die Klasse 6 der Kolonialbeamten (s.d.) eingereiht. Die Bezeichnung I. wird vorzugsweise für die Techniker des Bauingenieur und des Maschinenbaufaches, auch als Betriebs- oder Werkstätten-I. für die des Eisenbahnbetriebs- oder Werkstättendienstes gebraucht, während für die entsprechenden Techniker des Hochbaues oder Landbaufaches die Bezeichnung "Architekt" oder, nach abgelegter besonderer Prüfung, Bausekretär (letzterer kann allerdings auch dem Tiefbau oder Wasserbau usw. angehören) gebräuchlich ist.

Baltzer.