Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 98

Insektenfresser, kleine Säugetiere höchstens von der Größe eines Igels oder einer Ratte, mit Krallen an den Zehen, manche mit rüsselförmig verlängerter Nase, andere mit stacheligem Rumpfe oder mit breiten Grabkrallen an den Vorderfüßen. Hierher gehören von den in deutschen Schutzgebieten lebenden Gattungen die Igel, Spitzmäuse, Goldmaulwürfe, Rohrrüßler und Otterspitzmäuse. Igel (s.d.) kommen in allen afrikanischen Schutzgebieten außer im Urwaldgürtel von Kamerun und auch in Kiautschou vor und zwar in vielen, noch nicht genauer untersuchten geographischen Rassen. Spitzmäuse, die äußerlich den Mäusen ähnlich sind, aber eine rüsselförmige, weit über die Unterlippe überstehende Schnauze haben, sind in allen Schutzgebieten, auch an der Küste von Kamerun in mehreren nebeneinander lebenden Arten verbreitet. Die Goldmaulwürfe (s.d.) sind unseren Maulwürfen äußerlich am ähnlichsten, zeichnen sich aber durch grünen oder goldigen Glanz des weichen Pelzes aus; sie leben nur in Afrika. Die Rohrrüßler (s.d.) haben die Schnauze der Spitzmaus, etwas längere Ohren und stark verlängerte Hinterfüße. Man kennt in Deutsch-Südwestafrika und Togo eine Gattung, die kleinen Rohrrüßler oder Elefantenspitzmäuse, in Deutsch-Ostafrika aber drei, außer diesen noch die etwas größere Rüsselratte und die noch größeren Rüsselhündchen, die entweder rostrot und schwarz oder braun mit hellen Flecken gezeichnet sind. In den Waldgebieten von Kamerun lebt an Gewässern die Otterspitzmaus (s.d.), welche etwas größer als ein großes Wiesel ist und einen breiten, seitlich zusammengedrückten, nackten Schwanz hat.

Matschie.