Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 102

Internate (Alumnate), Erziehungsanstalten, in denen den Schülern (Alumnen) Erziehung, Wohnung und Kost gewährt wird. Sie sind gerade in den Kolonien, wo die Angehörigen der Schüler oft in großer Entfernung von der Schulanstalt wohnen, ein besonderes Bedürfnis. So hat sich die Regierung genötigt gesehen, in Deutsch-Südwestafrika I. einzurichten. Solche Regierungspensionate wurden mit staatlicher Unterstützung zunächst in Windhuk und Grootfontein, später in anderen Orten mit Regierungsschulen begründet. Der Jahresbericht für 1912/13 verzeichnet an 14 Schulorten 210 Schüler, die sich im Regierungspensionat befanden. Wo solche nicht bestehen, müssen die Kinder geeigneten Familien am Orte in Pflege gegeben werden. In Tsingtau besteht ein von einem verheirateten Oberlehrer der Gouvernementsschule geleitetes I. Ähnliche Einrichtungen wurden in ausgedehntem Maße auch für die eingeborenen Schüler notwendig. Für sie hat sich die Bezeichnung " Kostschulen" (s.d.) eingebürgert.

v. König.