Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 106

Iringa, Militärbezirk von Deutsch- Ostafrika am Südostrand des zentralen Hochlands, nur ganz wenig in die Ulanganiederung übergreifend. I. umschließt von wichtigeren Landschaften Uhehe (s.d.), Ubena (s.d.), Ussangu (s.d.), letztere beide zum größten Teil, sowie den Süden von Ussagara (s.d.). Die Hauptstadt ist Neu-I. (s.d.). I ist benannt nach der Residenz der ehemaligen Sultane von Uhehe, die heute Alt-I. heißt. Die Größe des Bezirks beträgt etwa 66800 qkm, die Zahl der Eingeborenen Anfang 1913 ungefähr 90000, wozu 166 nicht einheimische Farbige und 125 Europäer kamen. I. gehört mit der Bevölkerungsdichte von 1,3 zu den am dünnsten bevölkerten Teilen von Deutsch-Ostafrika. - Eine Nebenstelle der Verwaltung von I., ein Offiziersposten befindet sich in Ubena (s.d.). Der Viehbestand wurde 1913 geschätzt zu 185300 Rindern, 97000 Schafen, 138000 Ziegen. Dazu kommen im Besitz von 27 europäischen Betrieben 4872 Rinder, 917 Schafe, 523 Ziegen, 313 Schweine, 379 Esel, 22 Pferde und Maultiere, denen insgesamt 175,7 qkm Weideland zur Verfügung standen. Schon seit bald zwei Jahrzehnten haben Europäer mit Unternehmungen in I. begonnen, die 1908 eine Fläche von 11,1 qkm umfaßten, wovon 1,3 qkm bebaut waren. Jetzt sind 16 Ansiedler (teilweise zugleich Kaufleute) tätig. In den vier Jahren 1908/12 wurden 11 Landverkäufe und 29 Verpachtungen, über 42,9 und 156,4 qkm lautend, vom Gouvernement ausgeführt. Ferner waren 5 europäische Handwerker und Kaufleute sowie etwa 25 Farbige Firmen im Bezirk tätig.

Uhlig.