| Iwindo, bedeutendster Nebenfluß des Ogowe
(s.d.), der noch deutsches Gebiet in Kamerun
durchfließt. Er entspringt im Süden des Hochlandes von Südkamerun, auf
der alten deutschfranzösischen Grenze, fließt zuerst genau gegen Osten,
die Richtung des oberen Kampo (Ntem) fortsetzend als Aina, biegt dann aber schroff nach S., um in dieser
Richtung den Ogowe zu erreichen. Der Oberlauf des Flusses auf seiner
westöstlichen
Strecke ist flach und sumpfig. Erst von der Einmündung des Karagua
an beginnt er sich in das Plateau einzuschneiden; erst treten an den
Ufern
Hügel und Berge auf, dann kommt die Schnellenregion, die die Schifffahrt
auf dem unteren I. verhindern. Bei der Einmündung des Dschua, der selbst
streckenweise die Grenze bildet, verläßt der I. das deutsche Gebiet. Die
Nebenflüsse des I. sind folgende: von links der Ngum
und der Gumu von Norden, der Karagua und der Dschua von Osten;
von rechts der Bemwula, der Nuna, der Nsige und der Ua, die alle von Nordwesten dem I. in
spitzen Winkel zufließen. Die letzten vier Flüsse und der Mvung,
der ebenfalls auf deutschem Gebiet entspringt, entspringen auf dem
Sandsteinplateau,
das sich von Norden nach Süden im Osten des oberen Ntem
hinzieht. - Die Vegetation des
I.gebietes
ist dichter Urwald, der eine Übersicht
über das Gelände sehr erschwert. Die Völker, die in seinem Gebiete
wohnen,
sind im Westen Fang (s.d.), in viele Unterstämme geteilt, im Osten
die Bakota (s.d.). Neuerdings findet ein
Vorstoß der Fangstämme nach Osten gegen die Bakota statt, so daß
wahrscheinlich
schon Fang auf das östliche Ufer des I. übergetreten sind. Nach einigen
Angaben sitzen am ganzen Flußlauf des I., selbst wo er deutsch ist, Ndsimu (s. d.), deren Hauptmasse im Gebiete des Dscha (s.d.) liegt. Sie gleichen im Aussehen den
Fang,
haben ihre Sitten und Gebräuche angenommen, sind aber Bantu,
während die Fang ursprünglich Sudanstämme sind. - Der I. ist im ganzen
Oberlaufe schiffbar. Erst bei Kandjama wird die Schiffahrt
durch bedeutende Schnellen, die sich dann bis ganz zur Mündung des Ogowe
hin wiederholen, verhindert. Weiter oberhalb befindliche Schnellen
können
überwunden werden. Der Nebenfluß des I., der Dschua,
ist ebenfalls bis weit hinauf, bis Madjingo, befahrbar, so daß nur auf
eine kurze Strecke der Landtransport bis zu den schiffbaren Strecken der
Ngokonebenflüsse notwendig ist. Bedeutendere Siedelungen liegen nicht
am I., Minkebe am oberen Nuna und Mui am Bemvula seien erwähnt.
Passarge-Rathjens. |