Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 121

Jahreszeiten. Die J. sind eine Folge von der Änderung in der Höhe des Sonnenstandes, welche durch die etwa 23 1/2° betragende Schiefe der Ekliptik bedingt ist. In der Tropenzone ist ihr Einfluß auf die Temperatur nur gering; diese besitzt daher im landläufigen Sinne keine J. Die J. machen sich in der gemäßigten Zone am kräftigsten, und zwar besonders durch die Temperaturunterschiede bemerkbar, welche in erster Linie die 4 J., Frühling, Sommer, Herbst und Winter, charakterisieren. In diesem Sinne besitzt von den deutschen Kolonien nur das Kiautschougebiet J. Sonst versteht man auch - und in diesem Sinne die Tropenzone mit eingeschlossen - unter J. den Gegensatz von Sommer und Winter, wobei auf der nördlichen bzw. südlichen Erdhälfte als Sommer die Zeit gilt, während welcher die Sonne nördliche bzw. südliche Deklination hat. Die für die Tropen charakteristischen J., charakteristisch besonders wegen ihres Einflusses auf die Tier- und Pflanzenwelt, sind die Trocken- und Regenzeiten (s. Regenzeiten), die wir in unseren sämtlichen Kolonien mehr oder weniger scharf unterscheiden können.

Heidke.