Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 129

Javanen, d.h. Eingeborene der Insel Java (Niederländisch-Indien), sind zurzeit nur noch in dem Schutzgebiet Deutsch-Neuguinea ansässig. In den 90er Jahren führte die Neuguinea-Kompagnie (s.d.) mit Erlaubnis der Niederländisch- Indischen Regierung mehrfach eine größere Anzahl J. nach Kaiser- Wilhelmsland ein, um mit ihnen ihre dortigen Plantagen zu bewirtschaften. Auch in DeutschOstafrika wurden, und zwar ebenfalls in den 90er Jahren, wiederholt einige hundert J. auf den dortigen Pflanzungen beschäftigt. Die Einfuhr javanischer Kulis (s.d.) mußte aber später unterbleiben, da die Niederländisch-Indische Regierung die Genehmigung zur Anwerbung javanischer Kontraktarbeiter nicht mehr erteilte. So finden sich zurzeit Javanen, wie bereits oben erwähnt, ausschließlich nur noch als sog. freie Ansiedler im Schutzgebiet Deutsch-Neuguinea. Ihre Zahl betrug im Berichtsjahr 1912: 158 Seelen, darunter 37 Frauen. Von diesen waren 14 als Handwerker, 11 als Pflanzer, 3 als Händler, 3 als Seeleute, 25 als einfache Arbeiter auf Pflanzungen u. dgl. und 65 in sonstigen Berufen tätig. Die J. werden im Volksmund oft schlechthin auch Malaien genannt, und es sind auch unter den 158 erwähnten J. die in Neuguinea lebenden Malaien mit einbegriffen, wiewohl man eigentliche J., d.h. die Ureinwohner der Insel Java und Malaien, die von der sog. Malaischen Halbinsel stammen,. an sich streng unterscheiden muß. Die J. sind als Angehörige eines farbigen Stammes den Eingeborenen DeutschNeuguineas rechtlich gleichgestellt und sind somit den gleichen Gesetzen und Vorschriften unterworfen wie diese.

Krauß.