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Jeweorden. Die Heimat des Jewekults ist das Dahoméreich, von wo er sich über
Anecho und
Atakpame fast über ganz Südtogo verbreitet hat.
Die Hauptgottheiten des Jewekults sind Agbui aus
Awleketi, Voduda aus Glewe und So, der Blitz, aus Hebie; Awleketi, Glewe und
Hebie sind Ortschaften in
Dahomé. Mit der Verehrung dieser drei Gottheiten sind besondere Kultsprachen
verbunden, welche den
Jewedienern in den Jeweklöstern gelehrt wird. Für den Jewekult werden in den
einzelnen Ortschaften
besondere Häuser, oft ganze Häuserkomplexe erbaut. Personen, welche dem Jewebund
nicht angehören, ist
der Zutritt zu diesen klösterlichen Stätten verboten. Die Jewegemeinden bestehen
aus dem eigentlichen
Priester und einer Schar männlicher und
weiblicher Diener. Der Eintritt in die Jewegemeinschaft erfolgt teils
freiwillig, teils werden die Leute durch List oder Gewalt zum Eintritt
veranlaßt; auch durch die Geburt kann
die Mitgliedschaft begründet werden. Bei der Aufnahme in den Jeweb und muß jedes
Mitglied ein
Treuegelöbnis ablegen. Der Unterricht im Kloster umfaßt die Erlernung der
Kultsprachen (Agbui- und
Sosprache) mit den dazugehörigen Gesängen, Gebeten und Kulthandlungen sowie
Anweisungen für das
Verhalten eines Jewemitgliedes gegen seinesgleichen und gegen Fremde. Die Macht
der genannten
Gottheiten wird beleuchtet durch die beiden Schnitzereien (s. Farbige Tafel Togo Abb. 4 u. 11). Abb. 4
stellt
ein Mitglied des Jewebundes dar, das gegen das Treuegelöbnis gesündigt und das
Bundesgeheinmis verraten
hat. Von zwei Seiten kommt das dem Agbui heilige Tier, der Haifisch, und
zerfleischt ihm die Hüften; von
vorn zerhackt ihn ein großer Vogel. Das Gegenstück
dazu zeigt Abb. 11: ein gläubiges, treues Mitglied des
Bundes, das durch diesen Glauben so stark ist, daß es selbst wilde Tiere zu
streicheln vermag.
Literatur: H. Seidel, Der Yewe-Dienst im Togolande, i. Zeitschr.
f. afr. u. oc. Spr. 1897. J. Spieth, Die
Religion der Eweer in Südtogo. Lpz. 1911. - D. Westermann, Beiträge zur
Kenntnis der Yewe-Sprachen in Togo, s. Zeitschr. J. afr. u. oc. Spr.
1902.
v. Zech. |