Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 131

Johann-Albrechts-Höhe, Regierungsstation in Kamerun. Sie wurde 1895 von Conradt an Stelle der aufgegebenen Barombistation (s.d.) am Barombioder Elefantensee angelegt und nach dem Präsidenten der Deutschen Kolonialgesellschaft Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg (s.d.) genannt. Die Station liegt am Südostufer des Sees auf dem steilen schmalen Kraterwall in gesunder Lage. Zum Seeufer gelangt man mühsam auf Leitern, da die Wand fast senkrecht 90 m zum See abfällt. Dicht bei der Station wird der See durch eine klammartige Schlucht entwässert. Durch ein Stauwerk könnte man die Wassermassen industriellen Zwecken dienstbar machen. Der Bezirk J. zählt zurzeit (1913) 50 Europäer; J. hat eine Postagentur, neben der Regierungsstation eine Polizeistation und eine Faktorei. - J. hat eine beherrschende Lage und ist deshalb Sitz der Verwaltung eines besonderen Bezirks, der die Rumpiberge und das Bakossibergland umfaßt. Hier kreuzen sich die Handelswege, die vom Kamerunästuar zum Kreuzfluß und vom Rio del Rey am Mungo aufwärts zum Mungo führen. Eine Straße verbindet J. mit Mundame am Mungo, eine zweite über Baduma, Ekobum mit Mamfe im Bezirk Ossidinge. - In T. wurden mehrfache Erderschütterungen konstatiert, so zuletzt beim Ausbruch des Kamerunberges (1909).

Passarge-Rathjens.