Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 131

Johannes, Kurt, Oberstleutnant beim Stabe der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika, geb. am 6. Jan. 1864 in Magdeburg, gest. 20. Juni 1913 in Charlottenburg, trat 1883 in das Infanterie-Regt. Nr. 64, wurde 1884 Leutnant, 1886 in das Infanterie-Regt. Nr. 48 versetzt und 1889 in die Wissmanntruppe, die spätere Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika, der er bis zu seinem Tode ununterbrochen angehörte, übernommen. Nahm an folgenden Kämpfen hervorragenden Anteil: Niederwerfung des Araberaufstandes (s.d.), Erstürmung von Buschiris Lager, erste Einnahme von Saadani, Einnahme von Pangani, Gefechte bei Matanga, Ngambo, Saadani, Gefangennahme Buschiris 1889; Gefechte bei Membule und Palamkaa 1890, ferner Gefechte und Erstürmung von Kiboscho am Kilimandscharo 1891. Bezirkschef am Kilimandscharo bis 1901. 1892 Oberleutnant. Beteiligung an den Gefechten bei Moschi gegen Sultan Meli 1893, bei Großaruscha 1896. Hauptmann 1896. 1900 Strafexpedition gegen Großaruscha. Ch. Major 1904. Unterdrückung des Aufstandes 1905/06 im Hinterlande von Kilwa, dann Gefechte gegen Mohamakiro, in Upangwa und bei Mponda 1906. Oberstleutnant 1912. Durch die vielen Revisionsreisen, die Oberstleutnant J. im letzten Jahrzehnt machte, war er einer der besten Landeskenner in Deutsch- Ostafrika geworden. In seiner 24jährigen Wirksamkeit hat er sich um die Festigung und Erhaltung der deutschen Herrschaft im Schutzgebiet große Verdienste erworben.