Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 132
Joko, Regierungsstation im Bezirk Jaunde (s. d.) in Kamerun. Sie liegt an dem Ostabfall des Dommegebirges in 1004 m Meereshöhe, und zwar auf der Wasserscheide zwischen Mbam, Djerem und Sanaga. Die Vegetation des Hochlandes von Tibati besteht aus niedriger Grassteppe. - Die Stadt J. ist ein vorgeschobener Posten der Fulbe (s. d.) des Emirats Tibati im Wutelande. Wute, Fulbe und Tikarleute stoßen hier zusammen. Dazu kommen noch die zahlreichen Haussahändler. Die Stadt ist nach Fulbeart angelegt, d. h. sie besteht aus Kegeldachhütten, die durch Mattenzäune in einzelne Gehöfte geteilt werden. - J. ist ein großer Handelsknotenpunkt. Hier trifft von Süden die Straße ein, die von Jaunde kommend das Wuteland durchzieht, und nach Norden führen die Straßen nach Tibati, Ngaundere und Banjo, ostwärts die nach Kunde. Nach Jaunde ist eine fahrbare Straße im Bau, die die Flüsse auf massiven Brücken überschreiten soll. - Der Regierungsstation J. unterstehen der obere Sanaga und die Djerembucht. J. ist zugleich Polizeistation, besitzt eine Postagentur und 3 europäische Faktoreien. Passarge-Rathjens.