Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 132

Jola, Stadt mit 15-20000 Einwohnern südlich des Benue und westlich der Kamerungrenze bereits auf englischem Gebiet in der Ebene am Fuße des Werregebirges. J. war die Hauptstadt des Sultanats Adamaua (s.d.), das im Anfang des 19. Jahrhunderts von Adama gegründet wurde und ein Vasallenstaat von Sokoto war. Der letzte Sultan Zuber wurde 1901 von den Engländern vertrieben, sein Bruder Achmed regiert nur noch dem Namen nach. Die Sultane von J. hatten ihre Herrschaft weit im Hochland von Adamaua ausgedehnt und Statthalter oder Lamidos zwischen Bornu, im Norden und den Heidenstämmen des Graslandes im Süden eingesetzt. Einige von den Vasallen hatten sich schon früher fast selbständig gemacht, z.B. die von Tibati und Bubandjidda. Nach dem augenblicklichen Stand der Dinge haben die auf deutschem Gebiete sitzenden Fulbeherrscher ihre Machtbefugnisse erhalten, nur haben sie sich der Kriege zu enthalten und entrichten an den Residenten von Garua den Tribut, den früher der Sultan von J. von ihnen forderte.

Passarge-Rathjens.