Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 133

Juraformation. Mit diesem Namen werden die Gesteine der mittleren Abteilung der mesozoischen Zeit bezeichnet. In den deutschen Kolonien sind nur in Deutsch-Ostafrika Ablagerungen der J. bekannt, die dort in den östlichen Küstengebieten in ziemlicher Verbreitung vorhanden sind. Sie überlagern die Sandsteine der Karruformation, bestehen aus Sandsteinen, sandigen Kalken, oolithischen Kalksteinen, Tonmergeln, Septarientonen und Eisenoolithen und werden ihrerseits von den Ablagerungen der Kreideformation überlagert. Die Schichten gehören zu den Unterabteilungen des Bathonien, Kelloway und Oxford, sind zum Teil sehr fossilreich und Fallen im allgemeinen flach nach Osten. Es sind küstennahe Flachwasserbildungen, die viele Körner von Granat, Magnetit und anderen Mineralien der denudierten Festlandsgneisschichten enthalten. Praktische Bedeutung werden später die zum Teil ziemlich mächtigen und reinen Kalke erhalten als Material für Mörtel- und Zementbereitung.

Gagel