| Käfer oder Coleopteren nennt man Insekten
mit beißenden Mundwerkzeugen, und zwei nebeneinander liegenden, den
Hinterleib
schützenden, festen Flügeldecken (s. Tafel 67/68 Abb. 25-28). Ihre
Verwandlung
ist eine vollkommene. Die Beine der Larven sind kurz und mit nur einer
Kralle versehen (s. Tafel 67/68 Abb. 29), seltener
fehlen die Beine ganz.
Folgende Familien sind in unsern Kolonien für den Laien von besonderem Interesse:
Durch stark verkürzte, mehrere Körperringe freilassende, gestutzte
Flügeldecken
zeichnen sich die Kurzflügler und
die durch eine sehr dicke Fühlerkeule von diesen sich unterscheidenden
Totengräber (s. Aasinsekten) aus, durch dreigliedrige Tarsen
und fast halbkugeligen Körper die Marienkäfer (s.d.). Sind an den vier
Vorderbeinen
5 Tarsenglieder, an den Hinterbeinen deren 4 vorhanden, so hat man meist
einen Dunkelkäfer (eine Tenebrionide) vor sich. Sind 4 Tarsenglieder an
allen Beinen vorhanden und ist das vorletzte Glied vom Ende aus tief
ausgerandet
(s. Tafel 67/68 Abb.
26 u. 27), so liegt eine der zahlreichen Formen vor,
welche sich meist von lebenden Pflanzenteilen nähren. Unter diesen
zeichnen
sich die Bockkäfer (s.d.) durch
kurzbehaarten,
gestreckten Körper und meist borstenförmige Fühler (s. Tafel 67/68 Abb.
27), die Rüsselkäfer (s.d.)
durch
einen mehr oder weniger rüsselförmig verlängerten Kopf und meist durch
gebrochene Fühler (s. Tafel 67/68 Abb. 26) aus, während
die Blattkäfer
(s.d.) meist mehr oder weniger stark glänzen, einen mehr gedrungenen
Körper
und keinen Rüssel besitzen. Die kurz zylindrisch gestalteten Borkenkäfer
(s.d. u. Tafel 67/68
Abb. 25) haben, wie der Rüsselkäfer, gebrochene Fühler
und vier Tarsenglieder, das vorletzte Glied der letzteren ist aber nicht
zweilappig. Alle andern Käfer haben 5
Tarsenglieder an allen Beinen (s. Tafel 67/68 Abb. 28). Unter ihnen
zeichnen
sich die Blatthornkäfer (s.d.
u. Tafel 67/68 Abb.
28) durch eine blättrige, 3- bis 5-gliedrige Fühlerkeule
aus, die Kolbenwasserkäfer,
Aaskäfer und Speckkäfer durch eine kolbige Fühlerkeule. Bei den im Kot
oder Wasser lebenden Kolbenwasserkäfern (s. Wasserkäfer)
sind die Fühler verhältnismäßig kurz, nicht doppelt so lang wie die
Taster;
bei den Speck- und Aaskäfern sind die Taster dagegen nicht halb so lang
wie die Fühler. Bei den Speckkäfern
(s.d.) sind die Fühler unter den Seiten des Kopfes und Halsschildes
verborgen,
und hinter den Hinterhüften befinden sich nur 5 Bauchringe, von denen
der letzte hinten gerundet ist; bei den Aaskäfern
(s.d.) stehen die Fühler weit nach den Seiten vor, und hinter den
Hinterhüften
sind 6 Bauchringe erkennbar. Bei den Pochkäfern (s. Holzwürmer)
sind die drei Endglieder der Fühler länger als dick und machen zusammen
mindestens ein Drittel der ganzen Fühlerlänge aus. - Alle andern Käfer
mit 5gliedrigen Tarsen haben borstenförmige, allenfalls kammförmige
Fühler.
Unter ihnen zeichnen sich die das Wasser nur gelegentlich verlassenden
Wasserkäfer (s.d.) durch stärk behaarte Hintertarsen aus. Die
Rückenhaare
des vorletzten Tarsengliedes gehen über den Endrand des Endgliedes
hinaus.
Bei den Weichkäfern ist das vorletzte Tarsenglied vom Ende aus tief
ausgeschnitten,
und bei den Prachtkäfern (s.d.)
ist das breiteste Glied der Hintertarsen,
von unten gesehen, breiter als lang. Es bleiben dann noch Schnellkäfer,
Manilakäfer, aufkäfer und Sandkäfer, mit schlanken Tarsengliedern. Unter
diesen zeichnen sich die Laufkäfer
(s.d.) und Sandkäfer durch das nicht
dicht behaarte Grundglied der Fühler aus, die Sandkäfer (s.d.) von den
Laufkäfern dadurch, daß die Fühler nicht unter einer Kopfwulst
eingelenkt
sind. Die Schnellkäfer (s.d.) mit
dicht behaartem Grundglied der Fühler unterscheiden sich von dem kleinen
Manilakäfer (s.d.) dadurch, daß der
Hinterrand
des Halsschildes hinten jederseits etwas nach hinten ausgezogen ist.
Dahl.
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