Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 400

Kürbisse, Cucurbita spec., stammen wahrscheinlich aus Amerika und werden fast überall auf der Erde kultiviert. Für ihre Kultur ist schon mehr Sorgfalt erforderlich, als bei den Melonen. Man unterscheidet bei den verschiedenen Arten hauptsächlich zwei Sorten, eine sich stark ausbreitende, rankende und eine nicht rankende. Letztere ist mit Rücksicht auf den Raum vorzuziehen. Zu nennen sind folgende Arten: Cucurbita maxima, der Pumpkin, besonders ausgezeichnet durch die Größe der Früchte, auch in verhältnismäßig trocknen Gegenden noch gut gedeihend; C. Melo-pepo Squash oder Melonenkürbis, ein in Amerika in vielen Abarten gezogener Kürbis mit sehr verschieden gestalteten Früchten von ovalen bis zu ganz flachen, schalenförmigen. Sie vertragen ein nasses, tropisches Klima schlecht, da die Früchte gewöhnlich schnell verderben; C. moschata, der Mantelsackkürbis, der namentlich in Deutsch-Ostafrika ziemlich verbreitet ist und an der Küste "Boga" genannt wird; C. Pepo, der Vegetable marrow. Man sät die Kürbisse in der Regel an Ort und Stelle auf wohl vorbereitete, etwa 50 cm tiefe, mit Dünger reichlich gefüllte Pflanzlöcher, die oberflächlich mit Erde bedeckt werden. Der Abstand richtet sich nach der Sorte. Für die Tropen wird für Gegenden mit starkem Platzregen in der Aussaatzeit auch das Anlegen von Saatbeeten empfohlen. Von manchen Seiten wird überjähriges Saatgut und noch älteres vorgezogen, da dieses mehr weibliche Pflanzen als männliche hervorbringen soll. Sehr geeignet zur Kultur ist wie bei fast allen Gurkengewächsen der Komposthaufen. Kürbisse werden in den verschiedensten Formen genossen, unreif und reif, frisch und eingemacht, roh und gekocht. Die flachen, ovalen Samen sind ölhaltig und werden geschält in manchen Gegenden zur Ölgewinnung verwendet, spielen aber für die europäische Großindustrie keine Rolle. Mit der Schale dienen die Kerne auch als Bandwurmmittel.

Literatur: Macmillan, A Handbook of tropical gardening and planting. Colombo (Cave & Co.) 1910. - Vilmorin-Andrieux, Les plantes potagères, 2. Aufl. Paris 1891.

Voigt.