Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 144 ff.

Kaiser-Wilhelmsland (s. Tafel 71, 72). 1. Grenzen. 2. Lage und Größe. 3. Geologischer Bau. 4. Küsten. 5. Oberflächengestaltung. 6. Bewässerung. 7. Klima. 8. Pflanzenwelt. 9. Tierwelt. 10. Eingeborenenbevölkerung. 11. Europäerbevölkerung. 12. Europäische Unternehmungen. 13. Handel und Verkehr. 14. Verwaltung. 15. Kirchen- , Schul- und Missionswesen. 16. Geschichte.

Karten

1. Grenzen. K-W., der deutsche Anteil an der Insel Neuguinea nebst den unmittelbar vorgelagerten Küsteninseln, wird im Westen gegen den niederländischen Anteil durch den 141° ö. L. begrenzt, während im Süden (nach dem Abkommen mit Großbritannien vom 10. April 1886) die Grenze, von der Küste nahe Mitre Rock ausgehend, bis zum 147° ö. L. auf dem 8° s. Br., dann in einer geraden Linie zum Schnittpunkt des 6°s. Br. mit dem 144°ö. L. und von dort in gerader Linie bis zum Schnittpunkt des 5°s. Br. mit dem 141° ö. L. verläuft.

2. Lage und Größe. Bei solcher Begrenzung reicht das K.-W. von 2 1/2° bis 8° s. Br. und von 141° bis 148° ö. L. und nimmt eine Landfläche von 181650 qkm ein oder 22 1/2 % der Gesamtfläche von Neuguinea. Die Lage des K.-W. inmitten des Schutzgebiets Deutsch - Neuguinea ist stark exzentrisch; aber seine Landfläche ist im Verhältnis zu den übrigen Teilen der Kolonie so groß, daß das K.-W. späterhin, wenn einmal die Entwicklung weiter vorgeschritten sein wird, höchst wahrscheinlich in wirtschaftlicher Hinsicht das Gravitationszentrum des ganzen Schutzgebiets werden wird, während jetzt beim gegenwärtigen Stand der Dinge die leichter entwickelbaren und zugleich günstiger gelegenen Gebiete des Bismarckarchipels dafür gelten müssen. Innerhalb der Rieseninsel Neuguinea ist die östliche Lage des K.-W. von großer Bedeutung für dessen Zukunft, da das Gebiet dadurch den wirtschaftlich hochstehenden Oststaaten Australiens genähert ist und darum stark unter die Gravitationskraft dieses Länderkomplexes geraten wird und zum Teil schon geraten ist. Aber die Lage auf der Nordabdachung der Osthälfte Neuguineas schwächt doch wieder diese günstigen Einflüsse sehr, weil das weite Ausgreifen der Insel nach Osten die Dampfer zu weiten Umwegen zwingt und damit den Verkehr verlangsamt und verteuert. Die Lage an der Nordabdachung Neuguineas würde in gewissem Sinn das K.-W. auf den Verkehr mit der asiatischen Gegenküste hinweisen, wenn nicht die viel größere Entfernung derselben, sowie die große Kulturverschiedenheit ihrer Bewohner dem energisch entgegenwirken würden. - Keine der Hauptweltverkehrslinien passiert das K.-W.; aber es liegt doch nahe einer aufstrebenden Verkehrsroute von großer Bedeutung, der Verbindungslinie zwischen Australien und Japan, die durch den nahen Bismarckarchipel hindurchgeht und bereits einen ansehnlichen Dampferverkehr aufweist. Auf diesen Weg wird der Warenaustausch in Zukunft mehr und mehr sich konzentrieren, und es wäre als eine natürliche Folge der geographischen Lage aufzufassen, wenn der Handel mit dem allzufernen Mutterland dereinst einmal immer mehr zugunsten Australiens zurückgehen sollte.

3. Geologischer Bau. Da das K.-W. bisher nur ganz ungenügend bekannt geworden ist, ist es auch nicht möglich, ein irgendwie ins einzelne gehendes und fest begründetes Bild seines geologischen Baues zu entwerfen, und man ist vielfach noch ganz und gar auf Vermutungen angewiesen. Immerhin lassen die wenigen bisher ausgeführten eingehenderen Untersuchungen, der Befund der von den Flüssen niedergebrachten Rollstücke und Analogieschlüsse mit benachbarten Gebieten der Rieseninsel es bis zu einem gewissen Grade wahrscheinlich erscheinen, daß dieselbe in großer Ausdehnung ein Grundgebirge von Gneisen, Quarziten und Schiefern, sowie älteren Eruptivgesteinen von mittlerem Kieselsäuregehalt, wie Diorit und Gabbro, aber auch Granit besitzt; dies Grundgebirge ist vor allem in den Haupterhebungen der Insel aufgeschlossen, wo quarzitische Schiefer und andere harte Gesteine die wilden Zacken, Gipfel und Grate der über die Waldregion emporragenden Gebirgsteile bilden dürften; stellenweise, so namentlich an der Südküste des Huongolfs, treten diese alten Gesteine nahe oder selbst unmittelbar ans Meer heran. (Hier wird bei der südöstlichen Grenze des Schutzgebietes im Gebiet des Waria [Herkulesflusses] aus kiesigen und sandigen Bach- und Flußabsätzen Gold in Blättchenform bis 1/4 cm Größe ausgewaschen; das Muttergestein des Goldes sind Diabase und Diorite, die stellenweise einem Granit auflagern.) Dagegen schieben sich sonst im KW. meist jüngere Formationen zwischen die Meeresküste und das Grundgebirge ein. So stellte z.B. Dr. Behrmann zwischen dem Zentralgebirge und dem Kaiserin- Augustafluß (Sepik) das Vorkommen meist nordöstlich, weiter nördlich aber zum Teil auch ostwestlich streichender, von zahlreichen Quarzadern durchzogener sandiger Tonschiefer und toniger Sandsteinschiefer (auch wohl Konglomerate) fest, in denen leider keine Versteinerungen gefunden wurden. Der Meeresküste entlang findet sich aber vielfach - so im Torricelligebirge - ein Streifen von steil aufgerichteten, wahrscheinlich der oberen Kreide angehörigen Kalken, Mergeln, Sandsteinen und Andesiten; dann kommen weiter nördlich minder verbandsfeste, zunächst noch geneigte, nahe der Küste aber vielfach horizontale Ablagerungen, die durch ihren Gehalt an Foraminiferen und Meermuscheln sich als neuere Bildungen erweisen; es sind dies teils Tone, teils lockere Kalke oder Konglomerate. Im Finisterregebirge dagegen stehen Serpentine, Tonschiefer und Kalke ganz unbekannten Alters an. An der Küste sind rezente Korallenbildungen stellenweise stark entwickelt, daneben kommen aber auch ältere gehobene Korallenriffe vor, die häufig in schön erhaltenen Terrassen schon von weitem kenntlich sind, so besonders an der Maclayküste, wo die Terrassen nach Finsch etwa bis 800 m in 3-4 Absätzen sich verfolgen lassen, bei Finschhafen, an der Langemakbucht und anderwärts. An der Fortifikationsspitze sind 6-7, zwischen Kap König Wilhelm und Scharnhorsthuk noch mehr, an einer Stelle sogar 16 verschiedene Terrassen übereinander nachweisbar. Dr. Schneider fand Korallenkalk bei Finschhafen noch in 400 m ü. M., Hellwig am Sattelberg sogar noch in 970 m Höhe. Gehobene Korallenriffe sind ferner bei Bogia (Prinz Albrechthafen), Alexishafen, Monumbo und namentlich am Berlinhafen nachgewiesen, in welch letzterer Gegend P. Reiber eine jüngste Hebung um 17-18 m und 2 frühere von je 11/2-2 m auf Tumleo festgestellt hat, während am Festland die ersten Kalkhügel bei S. Anna 32-83 m, die Erhebungen bei Eitape und im Hinterland von St. Anna 55-60 m Höhe erreichen. - Die korallinen Bildungen an und nahe der Meeresküste sitzen großenteils jungeruptiven Gesteinen (meist Andesiten, seltener Basalten) auf; doch finden sich auch solche Gesteine bzw. ihre Breccien zwischen und auf gehobenen Korallenkalken. Rezente Vulkane fehlen, soweit bekannt, dem Festland, sind aber auf den vorgelagerten Inseln ziemlich zahlreich vorhanden. Neuerdings hat freilich Missionar Pilhofer auf das Vorkommen eines noch teilweise erhaltenen Kraters im Hochland westlich vom Cromwellgebirge aufmerksam gemacht (Peterm. Mitt. 1912. 11, Taf. 22). - Über die Tektonik des Gebiets sind wir noch fast völlig im unklaren. Das stark gestörte alte Grundgebirge des innern K.-W. dürfte seit sehr langer. Zeit zum größten Teil Festland gewesen sein, da eine Überdeckung mit späteren Sedimenten im tieferen Innern bisher nur in einem beschränkten Gebiete, in der Schatteburgkette nachgewiesen ist; hier fand Dr. Behrmann über dem aus altem Gestein und vulkanischen Durchbrüchen bestehenden Grundgebirge eine verworfene, nicht gefaltete Sandsteinauflagerung, vielleicht tertiären Alters. In der späteren Kreidezeit dürfte nach Richarz eine bis tief ins Tertiär hineinreichende Faltungsperiode eingesetzt haben, während im jüngsten Tertiär und Quartär wohl nur noch ausgedehnte Hebungen stattgefunden haben. Dr. Behrmann aber hat bei seiner Bereisung des Innern von K.-W. den Eindruck gewonnen, daß kein Faltengebirge vorliege, "sondern daß Schollen Landes gegeneinander verschoben" wurden "an Linien, deren eine der großen Tiefenrinne des Kaiserin - Augustaflusses-Ramu-Maxkham folgt". "Auf- und Abbewegungen und keine seitlichen Bewegungen bildeten die Gebirge." Es ist leicht ersichtlich, daß die Ansichten beider Forscher nur für eine frühere Periode auseinandergehen, aber für die jüngere geologische Vergangenheit völlig übereinstimmen. Daß die tektonischen Vorgänge noch nicht zur Ruhe gekommen sind, scheinen die nicht seltenen und zum Teil weitreichenden Erdbeben anzudeuten. Stellenweise dürfte auch bereits eine Senkung der Küste begonnen haben, so an der Finschküste, wo gelegentlich eines starken Bebens katastrophenartig im Dezember 1907 eine größere Landstrecke in der Umgebung der Arop-Lagune sich senkte und die Insel Waropu (s.d.) sowie ein Teil der Aropnehrung unter Wasser gesetzt wurde. Andererseits dürften aber auch weite Flächen längere Zeit ihr Niveau beibehalten haben, da bisher wenigstens keine Anzeichen von Hebung oder Senkung nachweisbar sind; aber gelegentlich eines schweren, von einer Flutwelle begleiteten Erdbebens im Dezember 1872 dürften an der Maclayküste auch Hebungen erfolgt sein, neben mancherlei anderen bedeutsamen Veränderungen des Landschaftsbildes. Nach Dr. Behrmann sind dagegen die Küsten im Osten der Kolonie untergetaucht.

4. Die Küsten des K.-W. zeigen zwar zuweilen auf große Entfernung recht einförmige Gestaltung, weisen aber doch in ihrer Gesamtheit einen recht beträchtlichen Wechsel zwischen glatter, flacher Sandküste mit einzelnen Strandseen (wie vielfach an der Hansemann- und Finschküste) und etwas besser gegliederter Steilküste auf; stellenweise, wie an der Maclayküste und in den Küstenstrecken nördlich und südlich von Finschhafen, steigt das Gelände in wohlentwickelten Terrassen rasch zu beträchtlicher Höhe auf. Gute Häfen sind nicht sehr häufig; immerhin sind solche in wechselnden Abständen, teils in tieferen Einbuchtungen gegeben, teils durch den Schutz vorliegender Inseln oder Korallenriffe geschaffen, in genügender Zahl und Beschaffenheit vorhanden, um einen regelmäßigen und ausgiebigen Verkehr zu gestatten. Die Küstengliederung im großen ist geringfügig: von der niederländischen Grenze (unter 141° ö. L.) an läuft die Küste ziemlich gleichförmig nach Ostsüdosten bis zum Kap Girgir, wenige tiefere Einschnitte bietend (so Bougainvillebucht, Angriffshafen, Nalemobucht, Berlinreede, Dallmannhafen, Nachtigalbucht); die Einzelstrecken dieser Küste sind unter dem Namen Finschküste (im Westen), Brandenburgküste und Hansemannküste bekannt. Vom Kap Girgir an, das auf älteren Karten den Namen Kap della Torre führt, wendet sich die Küste in unruhigerer Linienführung nach Südosten bis zum Kap Croisilles und bietet in der Nubia-(Hansa.-)Bucht (mit Potsdamhafen), im Prinz-Albrechthafen, Hatzfeldhafen, Kronprinzhafen, Eitel- Friedrichhafen, Prinz-Adalberthafen, Elisabethhafen bemerkenswerte Einbuchtungen. Von Kap Croisilles ab wendet sich die Küste südwärts; sie besitzt die wertvollen Häfen Alexishafen, Friedrich-Karlhafen, Friedrich-Wilhelmshafen und Erimahafen. Küstenbezeichnungen für die Einzelstrecken zwischen Kap Girgir und der tiefeinschneidenden großen Astrolabebucht fehlen leider; dagegen wird die ostsüdöstlich verlaufende Küstenstrecke von hier bis zum Kap König Wilhelm allgemein unter dem Namen Maclayküste begriffen; an derselben finden sich als wichtigere Einbuchtungen: Konstantinhafen, Pommernbucht, Schlangenhafen und Kelanahafen. Vom Kap König Wilhelm bis zum Kap Cretin verläuft die vielfach terrasierte Küste ungefähr südöstlich; sie weist die Waldbucht, Finschhafen und die Langemakbucht auf. Der große Busen des Huongolfs läßt jenseits des Kap Cretin die Küste nach Westen umbiegen; auf dieser westlich gerichteten Küstenstrecke greift der Hänischhafen tief ins Land ein. Von der Preußenreede aus (dem innersten Teil des Huongolfs) verläuft die Küste bis zur englischen Grenze in ungefähr südöstlicher Richtung; sie zeigt eine ziemlich reiche Kleingliederung; zu nennen wären besonders Bayern, -Nassau- und Sachsenbucht, ferner Baden- und Württembergbucht (nahe den Longuerueinseln), Adolfhafen und Herkulesbucht. Überblickt man den gesamten Küstenverlauf des K.-W. so bemerkt man, daß auf der ganzen Strecke nur eine einzige große Halbinsel deutlich abgegliedert ist (das Gebiet nördlich vom Huongolf); leider hat dieselbe noch keinen Namen; vielleicht könnte man sie als Huonhalbinsel bezeichnen.

5. Oberflächengestaltung. Am Lande ist die Abtragung durch fließendes Wasser und Meer seit der letzten größeren tektonischen Umwälzung oder Niveauveränderung allzeit geschäftig tätig gewesen. Die losgelösten Trümmer wurden, oft stark verkleinert, zu Fluß- oder Strandebenen von ansehnlicher Ausdehnung aufgehäuft, so namentlich in den breiten Tälern des Ramu und Kaiserin-Augustaflusses oder weithin an der Finschküste, Hansemannküste, Astrolabebucht und dem inneren Teil des Huongolfs. Wenn so Ebenen stellenweise eine bedeutsame Rolle spielen, so ist doch K.-W. in seiner Hauptausdehnung stark gebirgig; einzelne seiner Gipfel, so des Bismarckgebirges und wohl auch des neuentdeckten Hahlgebirges, ragen sogar über die Waldgrenze hinaus, in die Region gelegentlichen Schneefalls hinein. Sie dürften in der Diluvialzeit wohl auch Gletscher getragen haben, und es mag sein, daß die wilden Gipfel- und, Gratformen des Bismarckgebirges zum Teil noch auf Wirkung der ehemaligen Gletscher zurückzuführen sein werden; in der Hauptsache aber dürften sie dem Mangel eines ausgiebigen Vegetationsschutzes und dem häufigen Auftreten von Spaltenfrost ihre starke Zerstörung, und schroffe Gestaltung verdanken. Was aber unterhalb der Waldgrenze liegt, wie die große Mehrzahl der Gebirge, das steht bei dem regenfeuchten Klima unter dem Schutz dichter tropischer Wälder, die tiefgreifende chemische Verwitterung sehr begünstigen, aber Abspülung oder sonstige mechanische Abtragung stark herabsetzen. So dürfte hier, wie in ähnlichen Tropengebieten anderer Länder, den Rutschungen und dem Erdfließen eine wichtige Rolle zukommen, die einerseits die Herausbildung tiefeingeschnittener Schluchten mit steilen, oft gleichmäßig geneigten Talwänden und andererseits breiten, gerundeten Kuppen und Rücken begünstigen. Wo aber, wie im Finisterregebirge oder in den Gebirgen zwischen Sepik und Zentralkette und den neuerdings von Dr. Behrmann bereisten Gebirgsgegenden südlich vom Kaiserin-Augustafluß, die benachbarten, parallelen Talhänge oben zusammenstoßen, können auch scharfe Grate und Felsgipfel entstehen. Die Korallenkalkterrassen mancher Küsten bringen ein weiteres charakteristisches Formenelement in die Landschaft hinein. - Die größten Höhen des K.-W. erreichen, soweit bisher bekannt, das südwestlich vom oberen Ramu gelegene Bismarckgebirge, das im Wilhelmsberg ca. 4300 m, im Herbertberg etwa 4000 m hoch ist und das kürzlich auf der Huonhalbinsel von Pilhofer entdeckte Hahlgebirge, das im Luitpoldberg (Salunoaged) ca. 5000 m erreichen dürfte. An das Bismarckgebirge schließt sich östlich das Krätkegebirge an, in dem der Zöllerberg ca. 3000 m Höhe aufweist. Jenseits des oberen Ramu, zwischen diesem und der Maclayküste, liegt das Finisterregebirge, dessen Hauptkette (mit dem Schopenhauer- oder Disraeliberg 3350 m und dem Kant- oder Gladstoneberg 3175 m) eine nördliche und eine südliche Nebenkette parallel laufen. - Dem mittleren und zum Teil auch unteren Ramu streicht im Westen das Hagengebirge ungefähr parallel, das 3000 bis 4000 m hoch sein dürfte. Geringere Höhen (ca. 2000 m) weist, wie es scheint, das nur sehr wenig bekannte Gebirgsland zwischen dem unteren Ramu und der Astrolabebai auf. - Die Huonhalbinsel, die erst neuerdings durch die Aufnahmen einiger Missionare etwas genauer bekannt geworden ist, zeigt (auch außerhalb des schon erwähnten Hahlgebirges und seiner Ausläufer) bedeutende Erhebungen, so den Cromwellberg, 2347 m, und in seiner Nähe ansehnliche, grasbewachsene Hochebenen, so beim Dorf der Kombe in 1840 m Höhe; am Südrand streichen die 2000-2200 m hohen waldigen Rawlinsonberge hin. Den äußersten Südosten des K.-W. nehmen wenig bekannte Gebirge ein, von denen Höhen von über 2500 m, ja (Mount Lawson) über 2700 m berichtet worden sind. Im Westen des Schutzgebietes bemerkt man zunächst ein mäßig hohes Gebirgsland zwischen der außerordentlich breiten Talebene des Kaiserin-Augustaflusses einerseits und der Meeresküste andererseits. Das Küstengebirge erreicht im Bougainvilleberg nahe der niederländischen Grenze 1206 m, im Torricelligebirge ca. 900 m, im Prinz- Alexandergebirge ca. 1200 m. Die Paßhöhe des Grenzgebirges (oberhalb des Tamiflußsystems) fand die niederländisch-deutsche Grenzexpedition etwa 800 m hoch. In das Gebirgsland südlich vom Tal des Kaiserin-Augustaflusses ist 1910 zuerst die deutschniederländische Grenzexpedition eingedrungen, wobei Leonhard Schultze einen 1570 m hohen Berg erstieg. Später (1912) wurde durch Dr. Behrmann u. a. die Hunsteinspitze (1350 m) erreicht und die Hauptwasserscheide des Zentralgebirges (in 1720 m Höhe unter 40 57' s. Br. und 1420 40' ö. L.) überstiegen. Dabei zeigte es sich, daß die Gipfel seitlich der Paßeinsenkung nur 200-300 m höher waren und daß in einer Länge von 60-70 km kein weiterer Durchbruch durch die südostwärts streichende Kette vorhanden ist; etwa 5 km weiter südlich aber findet sich eine ungefähr 1600 m hohe Bergkette. Die Gebirgszüge im äußersten Süden des K.-W. an der englischen Grenze (Viktor- Emanuelgebirge, 3000-3600 m, Müllergebirge mit Mt. Blücher, ca. 1500 m, und Albert-Viktorgebirge) sind noch unerforscht. Dagegen gelang es Dr. Behrmann unter 141° 30' ö. L. einen Vorstoß in die von ihm entdeckte "Westkette" zu unternehmen, die Höhen bis zu 1700 m aufweist.

6. Die Bewässerung ist infolge des starken Regenfalls in fast allen Teilen des Landes außerordentlich reichlich - mit Ausnahme der Korallenkalkgebiete, in denen das Regenwasser alsbald in die Tiefe zu sinken pflegt. -Trotz ihres Wasserreichtums, der übrigens in den Gebieten mit periodischen Hauptregenzeiten großen Schwankungen unterliegt, sind selbst die größeren Flüsse zumeist wegen ihres starken und unausgeglichenen Gefälls nur auf kürzere Strecken für kleinere Fahrzeuge verwertbar, und nur der Kaiserin-Augustafluß (s.d.) und der Ramu, die in stark mäandrierendem Lauf durch ihre Talebenen fließen, bieten auf weite Strecken auch größeren Schiffen die Möglichkeit des Verkehrs. Neben diesen beiden Flüssen, deren Mündungen ziemlich nahe beisammen liegen, deren Quellen aber außerordentlich weit voneinander entfernt sind, treten die übrigen Flüsse an Bedeutung stark zurück, so der Gogol und der Kabenau, die in die Astrolabebai münden, der Markham (mit seinem bedeutenden, erst 1912 und 1913 stellenweise aufgenommenen rechtsseitigen Nebenfluß Watuf) und der Franziskafluß, die in den Huongolf fließen. Von zahlreichen ansehnlichen Flüssen sind bisher nur die Mündungen näher bekannt, und noch ganz unbekannt sind die der Südküste Neuguineas tributären Wasseradern jenseits der Hauptwasserscheide Neu- guineas im Süden des K.-W. Binnenseen kennt man bisher aus K.-W. nicht, wohl aber sind an Küsten mit Sandstrand, wie z. B. der Finschküste, nicht selten Strandseen und Sümpfe von größerer oder geringerer Ausdehnung entstanden, weil die von den Wellen oder durch Küstenströmungen angehäuften Sandmassen das Flußwasser vielfach zum Stagnieren bringen. Auch aus dem Innern sind sumpfige Strecken in großer Ausdehnung bekannt geworden, so im Tal des Kaiserin Augustaflusses und Ramu, sowie auf der Talwasserscheide zwischen diesem und dem Markhamfluß.

Sapper.

7. Klima. K.-W. ist im Innern bisher meteorologisch noch fast gar nicht erforscht. Auch von der Küste liegen mehrjährige Reihen eigentlich nur für den Niederschlag vor. Ferner sind die Beobachtungen zum erheblichen Teil nicht ganz zuverlässig. Die mittlere Jahrestemperatur an der Küste beträgt - etwa 26°, der wärmste Monat ist meist Februar mit etwa 27°, der kälteste Juni oder Juli mit etwa 25 1/2° Die Jahresextreme liegen bei etwa 19° und 35°. Jähe Temperaturwechsel fehlen. Die tiefste Temperatur fällt mit 22-23° regelmäßig in die frühen Morgenstunden, die höchste mit 2932° gegen Mittag, zu welcher Zeit meist eine leichte Seebrise einsetzt. Zwischen 4-5 Uhr nachmittags beginnt die Wärme fühlbar abzunehmen. Der Abend ist meist erfrischend, die Nächte sogar angenehm. Der Luftdruck ist mit etwa 756 mm ziemlich niedrig. Im Südwinter, Mai bis Oktober, weht Südostpassat, im Südsommer Nordwestmonsun mit mäßiger Stärke. Taifune fehlen. Die Feuchtigkeit ist überall an der Küste recht hoch, die Wolkenbildung auf dem Lande recht stark. Die Niederschläge sind reichlich, an der Küste am geringsten mit etwa 1500 mm bei Kap König Wilhelm und Festungskap, am höchsten mit etwa 6400 mm bei den Tamiinseln. Über 5000 mm Niederschlag dürften für die hochgelegenen Teile des Innern zutreffen. Dürre ist äußerst selten. Eine eigentliche Trockenzeit fehlt, sie macht sich nur durch eine Verminderung der Niederschläge geltend. Die Hauptniederschläge Fallen an der Küste westwärts von Finschhafen während der Herrschaft des Nordwestmonsuns im Südsommer, im übrigen Teil zur Zeit des Südostpassats im Südwinter. Begründung s. Deutsch-Neuguinea letzter Absatz, wo auch Literaturverzeichnis, Klimatafel von Hatzfeldhafen und Niederschlagskarte zu finden ist.

Heidke.

8. Pflanzenwelt. Betreten wir die Küste, so begegnen wir zunächst einer violett blühenden Winde, Ipomoea pes caprae, welche im Verein mit einigen Bohnenarten, wie Canavalia ensifolia, Abrus praecatorius und verschiedenen Gräsern, Cynodon, Dactyloctaenium, Spinifex und Cyperaceen wie Cyperus, Fimbristylis den schmalen Sandstreifen bekleiden. An diesen schließt sich der Strandwald an, aus dem uns die gelben, im Verblühen grünlichen Blüten von Hibiscus tiliaceus und die brennendroten Blütentrauben von Erythrina indica entgegenleuchten. Meist schief dem Wasser entgegen wachsen die ein gutes Nutzholz liefernden Calophyllum inophyllum, während Barringtonia speciosa durch seine großen, mit zahlreichen, langen, rosenroten Staubfäden gezierten Blüten auffällt. Des weiteren wären noch zu nennen an Bäumen: Heritiera litoralis, Casuarina equisetifolia, Cordia subcordata, Inocarpus edulis, Terminalia catappa, Pandanusarten, Cycas circinalis, und als wichtigster die Kokospalme, welche schon aus der Ferne die Ansiedlung von Menschen anzeigt. Das Unterholz bilden Kleinhofia hospita, Abroma molle, Vitex, Macaranga und Mallotusarten, Justicia, Triumfetta und Sida. An Schlinggewächsen treten auf Flagellaria indica, Caesalpinia bonducella und nuga, Aristolochien und Asclepiadaceen.- An sumpfigen Flußmündungen und Lagunen, besonders bei Friedrich - Wilhelms - Hafen, Finschhafen und südlich der Markhammündung finden sich ausgedehnte, Mangrovewälder. Sie bestehen hauptsächlich aus der stelzwurzligen Rhizophora mucronata, Bruguiera gymnorrhiza, Sonneratia acida, der stammlosen Palme Nipa fruticans, zwischen welchen Acanthus ilicifolius und der Farn Aerostichum aureum wuchern. Von Schlingern wäre Derris uliginosa und eine Freycinetia zu erwähnen, unter den Epiphyten kleine Niphobolusfarne und außer einer Anzahl kleinerer Orchideen das große Grammatophyllum seriptum. - Nach dem Innern zu weht der Strand. Wald in den eigentlichen Urwald über, welcher den größten Teil des Landes bedeckt. Er ist immergrün, nur vereinzelt treten laubwerfende Bäume aus den Familien der Bombacaceen, Combretaceen und Stereuliaceen auf. Außer der aus Selaginellen, Farnen und mannigfaltigen Elatostemmaarten bestehenden Bodendecke, welche mitunter auf weiten Strecken fehlt, kann man Unterholz von Stauden und Sträuchern, dann kleinere, mittlere und schließlich Riesenbäume unterscheiden, welche bis zu 50 m emporstreben und mit ihren die übrigen Bäume überragenden, rundlichen oder unregelmäßig gebauten Kronen die Profillinie des Waldes, von weitem gesehen, zu einer unruhigen gestalten. Der Artenreichtum dieses Waldes ist ein außerordentlich großer. Die Zusammensetzung ist äußerst mannigfaltig, reine Bestände fehlen so gut wie vollständig. Es können hier nur einige charakteristische Typen herausgegriffen werden. An der Spitze steht die Gattung Ficus, welche zum Teil Riesenbäume mit ausgedehntem, sich wieder zu Stämmen entwickelndem Luftwurzelsystem enthält. Einige Ficuslianen liefern guten Kautschuk. Von den Sapotaceen enthält das von Schlechter aufgefundene Palaquium supfianum hochwertiges Guttapercha. Die Leguminose Afzelia bijuga liefert ein äußerst dauerhaftes Holz. Reich ist die Baumflora des weiteren an Moraceen mit Artocarpus incisa, dem wilden Brotfruchtbaum, Anonaceen mit lebhaft gefärbten Fruchtbüscheln, Myristioaceen, bisher ohne eine brauchbare Muskatnüsse liefernde Art, Lauraceen mit Massoia aromatica, dem Produzenten der Massoirinde, Rutaceen, Burseraceen mit der Gattung Canarium mit wohlschmeckenden Nüssen, Meliaceae, Euphorbiaceae mit sehr großer Arten- und Individuenzahl, Anacardiaceae, Sapindaceae, Stereuliaceae, Dilleniaceae, M yrtaceae mit den besonders artenreichen Gattungen Eugenia und Jambosa, letztere z. T. eßbare Früchte liefernd, Araliaceae, kleinere Bäumchen mit teilweise imposanten Blättern enthaltend, Apoeynaceae, Rubiaceae mit prachtvoll duftenden Arten von Ixora und Gardenia und der überwältigend artenreichen Gattung Psychotria. Die Palmen spielen im Hochwald keine sehr bedeutende Rolle. Nur kleine Licualaarten mit runden, zerteilten Fächerblättern treten allenthalben als Unterholz auf, die hochstämmigen Arten bevorzugen freiere Plätze, besonders Flußufer. Die häufigsten sind Caryota mit doppelt gefiederten Blättern, Orania, Kentia und Areca mit einfach gefiederten Blättern und hohen, schlanken Stämmen. Ebenso reich wie die Bäume sind die Lianen vertreten. Als schönste sei Mucuna mit großen scharlachroten Blütentrauben und Tecomanthe mit rosenroten Blütenbüscheln erwähnt. Farne, Araceen und Freycinetien bekleiden als Wurzelkletterer die Stämme und Äste, während die stachelstarrenden Rotanpalmen (Calamus) bis in die höchsten Baumkronen klettern. Ihnen gesellen sich mannigfache Vertreter der Aristolochiaceen, Menispermaceen, Vitaceen, Piperaceen, Passifloraceen und Aselepiadaceen. Durch Zusammenbruch entstandene Lichtungen und Flußufer werden oft völlig überwuchert von Cuourbitaceen und besonders Convolvulaceen, deren am Morgen geöffnete große Trichterblüten einen prächtigen Anblick bieten. Unter den Stauden und niederen Sträuchern fallen in die Augen die meist gesellig auftretenden Zingiberaceen mit häufig bodenständigen, zapfenförmigen, oft lebhaft gefärbten Blütenständen. Erdorchideen, Araceen, Begonien, Acanthaceen und kleine Rubiaceen besiedeln die zu ihrem Gedeihen noch das nötige Licht bietenden Plätze. Die dunkelsten Stellen werden von Pilzen und fahl gefärbten Saprophyten wie Burmanniaceen und Triuridaceen eingenommen. Der Reichtum an baumbewohnenden Epiphyten ist ebenfalls groß. Von Farnen, welche im Gebirgswald noch näher betrachtet werden sollen, fallen auf das große Nester bildende Asplenium nidus und der nicht minder stattliche Geweihfarn Platycerium grande. Von Orchideen sind hervorzuheben die Gattungen Dendrobium mit dem reich blühenden D. veratrifolium, Bulbophyllum und Oberonia. Merkwürdig sind besonders an Waldrändern und auf vereinzelt stehenden Bäumen die Ameisenpflanzen Hydnophytum und Myrmecodia mit knolligen, von Ameisen bewohnten Stämmen. -Das Grasland oder besser die Alangformation, deren Verbreitung unter Deutsch-Neuguinea (s. d.) charakterisiert ist, besteht in der Hauptsache aus den 1-8 m hohen harten Gräsern Imperata cylindrica, Andropogon serratus, Themeda gigantea, Pennisetum macrostachyum und Apluda mutica. Diesen sind kleine Sträucher, wie Desmodium, Crotalaria, Euphorbia serrulata eingesprengt, denen sich im südlichen Teile von K.W. die durch ihren niedrigen, unverzweigten Stamm auffällige Cycas schumanniana zugesellt. - Auf verlassenem Kulturland oder Neuland siedelt sich eine ähnliche Grasvegetation an, der sich jedoch noch weichere Gräser, wie Paspalum, Panicum und die im Blatt maisähnliche Polytoca macrophylla zugesellen. Dazwischen schießt schnell Buschwerk von Trema amboinensis, Mallotus und Macaranga, Artoearpus incisa besonders an feuchteren Stellen, Pipturus, Cypholophus, Acalypha und viele andere, welche binnen kurzem zu einem Sekundärwald emporwachsen. Im Schutz und Schatten dieses Waldes finden sich allmählich wieder die Vertreter des primären Urwaldes ein, um so den Kreislauf zu vollenden. In etwa 600-900 m Meereshöhe ändert sich die Zusammensetzung des Waldes, den man von hier ab mit Gebirgswald oder Moos- oder Nebelwald bezeichnen kann. Zu den bereits aufgeführten Gattungen und Familien, deren Arten wechseln, treten jetzt Nadelhölzer, Podocarpus, Libocedrus und Araucairien in mehreren Arten, welche in manchen Gebirgsteilen ziemlich ausgedehnte Bestände bilden und durch ihre Größe und eigentümlichen Habitus schon aus der Ferne auffallen. Die Gattung Rhododendron ist reich entwickelt und enthält prächtige, großblütige, vielfach epiphytische Vertreter. Ferner erscheinen Eichen, Saxifragaceen, Cunoniaceen, Balsaminen und Brombeeren, Myrtaceen und recht mannigfaltig die Gattung Saurauja (Dilleniaceae) und vor allen Cyrtandra in formenreicher Ausbildung. An Menge und Artenreichtum treten die Farne hervor von den mächtigen, schlanken Baumfarnen Cyathea und Alsophila bis zu den winzigen, moosähnlichen Hymenophyllaceen. Sie treten besonders als Epiphyten auf, Stämme, Äste und Zweige im Verein mit Moosen und Flechten bekleidend, die Moose besiedeln sogar stellenweise die Blätter. Es mögen genannt werden Davallia, Nephrolepis, Asplenium, Lindsaya, Nephrodium, Polypodium und die lang von den Zweigen herabhängenden Vittaria und Lycopodium. Die Orchideen übertreffen noch die Farne. Nach Schlechter stehen sie an Artenzahl an der Spitze aller Familien, welche die Flora zusammensetzen. Die meisten sind klein mit oft winzigen Blüten, so daß sie im Waldbilde nicht sehr auffallen. - Die Baumgrenze liegt bei etwa 3500 m und ist in Deutsch-Neuguinea bisher noch nicht erreicht worden. 1912 ist es dem Missionar Ch. Keysser gelungen, die ca. 4000m hohen Gipfel des Finisterregebirges zu besteigen und eine interessante Pflanzenausbeute heimzubringen. In Englisch-Neuguinea findet sich über der Baumgrenze eine niedere Staudenvegetation aus Ranunculus, Potentilla, Gentiana, Veronica, Myosotis, Taraxacum und verschiedenen Gräsern und Cyperaceen. Die wichtigsten Plantagenkulturen sind Kokos an vielen Orten der Küste, Hevea brasiliensis und Ficus elastica an der Astrolabebai, Sisal in Konstantinhafen. Dagegen erzeugen die Eingeborenen von K.-W., bisher nur wenig Kopra für die Ausfuhr.

Lauterbach.

9. Tierwelt. Über die Tierwelt von K.-W. ist unter Deutsch-Neuguinea ausführlich nachzulesen. Es ist dort hervorgehoben, daß die Fauna weit reicher ist als die des Bismarckarchipels, dass z. B. die Paradiesvögel und Krontauben, nur in Neuguinea selbst und auf den benachbarten Inseln vorkommen, nicht mehr auf Neupommern. Es mögen hier als weitere nicht bis Neupommern vordringende auffallende Tiere und Tiergruppen noch genannt werden: das Baumkänguruh, Dendrolagus, der schwarze Kakadu, Microglossus aterrimus, die Schildkrötenfamilie Chelydidae mit Emydura kreffti und Chelodina siebenrocki. Besonders zahlreich sind die Frösche auf Neuguinea vertreten. So kommt die artenreiche Familie der Engystomatidae nicht mehr auf Neupommern vor. Von Schmetterlingen sei der schönste Vertreter der Ordnung, Troides paradiseus, genannt. In K.-W. kann man faunistisch besonders drei Teile unterscheiden: 1. das flache Küstenland an der Astrolabebucht; 2. das gebirgige Innere und 3. das Uferland am Huongolf. Das Land um die Astrolabebucht und den Huongolf sind durch das Finisterregebirge getrennt und dadurch klimatisch etwas verschieden. Während die Astrolabebucht in erster Linie vom Nordwestmonsun getroffen wird, steht der Huongolf dem Südostpassat offen. Darauf mag der mehr australische Charakter der Fauna am Huongolf beruhen. Dahl.

10. Eingeborenenbevölkerung (s. Tafel 27-30, 38). Von K.-W. besitzt man in ethnologischer Hinsicht mit Ausnahme der materiellen Kultur erst in jüngster Zeit spärliche, zuverlässige Angaben. Die Geländeschwierigkeiten und die Verschlossenheit der Eingeborenen haben gemeinsam die ethnischen Nachrichten derart zurückgehalten, daß man heute trotz der Arbeit der vielen Reisenden und ungeachtet der recht ansehnlichen Neuguinea- Literatur noch wenig von den dort lebenden Völkern weiß. - Die Bevö1kerung ist durchaus nicht einheitlich; mindestens lassen sich in ihr drei Elemente erkennen. Die älteste Schicht bilden wahrscheinlich die rundköpfigen Pygmäen. Die beiden anderen besitzen in der absoluten Verschiedenheit ihrer Sprachen einen sie völlig trennenden Unterschied. Das eine Element wird in den Binnenländern, den sog. "Amelanesiern" (s. d. und Papuas) verkörpert, das andere durch die Bewohner der Küsten und großen Flußebenen, die "Melanesier" (s.d.). Für K.-W. lassen sich bisher die folgenden Völkerschaften - sie sind in vielen Fällen, wo ihr Eigenname noch unbekannt ist, nach ihren Wohnplätzen bezeichnet - feststellen*): - Amelanesier: 1. Wakaja, Quellgebiet des Waria; 2. Kai, Sammelname für verschiedene Stämme, Hinterland vom Huongolf bis Finschhafen; 24. Hupe, Hinterland des Sattelberges; 25. Poum, Küste und Hinterland von Finschhafen; 27. Depe, am Flusse Tewä; 28. Girogat, Abfall des Cromwell-Gebirges; 30. Kodero, Hinterland von Kap König Wilhelm; 31. Mula, Hinterland von Sigaba; 34. Hinterland der Rayküste; 35. Bongu, Südküste der Astrolabebucht; 36. Bogadjim, Südwestküste der Astrolabebucht; 38. Hinterlandstämme der Westküste der Astrolabebucht; 44. Monumbo, Potsdamhafen; 46. Alepapun, Hinterland von Potsdamhafen; 46. Iku, Hinterland der Hansabucht; 51. Oberlauf des Kaiserin-Augustaflusses, Sepik-Stämme; 55. Olivama, Hinterland der Hansemannküste; 56. Saure, Hinterland von Dallmannhafen; 57. Kahor, Nordabfall des Prinz-Alexander-Gebirges; 61. Amelanesische Stämme der Walmannküste (Kinagol, Korroko, Pro, Vokau); 62. Akur, Toricelli-Gebirge; 66. Warapu, Finisterreküste; 69. Ramo, Hinterland der Finisterreküste; 70. Lawo, Hinterland der Finisterreküste. - Melanesier: 3. Boang, Südwestküste vom Huongolf bis Kelahalbinsel; 4. Laukanu, Sonderstamm, der Boang(Iwal); 5. Laukui, Sonderstamm der Boang; 6. Kaiwa, Hinterland zwischen Nassau- und Franziska- Fluß; 7. Labo, Herzogseen; 9. Timbu, am Wais und unteren Markham-Fluß; 10. Lä Womba, am unteren MarkhamFluß; 11. Mumung Lä Womba, Sonderstamm der Lä, Womba; 12. Wandjan Lä Womba, Sonderstamm der Lä Womba; 17. Bukaua, Nordküste des Huongolfs; 18. Lä, Sonderstamm der Bukaua; 19. Abo, Sonderstamm der Bukaua; 20. Jao, Sonderstamm der Bukaua; 21. Taimi (Tami-Kolonie), Kap Gerhards; 22. Tami, Tamiinseln; 23. Jabim, Schollenbruchspitze bis Finschhafen; 29. Sigaba, Küste von Kap König Wilhelm bis Sigaba; 32. Siassi, Siassiinseln; 33. Ray, Küstenleute; 37. Bilibili, Inseln an der Westküste von Astrolabebucht; 39. Beliao, bei Friedrich- Wilhelmshafen; 40. Rempi, Kap Crosilles; 41. Bunu, Kap Crosilles; 42. Küstenstämme; 43. Bogia, bei Potsdamhafen; 47. Kawea, östlich der Ramumündung; 48. Buroi, Ramumündung; 49. Watam, Kaiserin- Augustafluß-Mündung; 60. Kaiserin-Augustaf lußStämme; 64. Hansemannküsten- Stämme; 58. Ulau, Walmannküste; 59. Tjam, Walmannküste; 60. Paup, Walmannküste; 63. Tumleo und Seleo-Inseln bei Berlinhafen; 64. Srau, Finisterreküste; 65. Arup, Finisterreküste; 67. Eissano, Finisterreküste; 68. Ssera, Finisterreküste. - Pygmäen: 26. Pygmäen, Sattelberg; 52. Kaiserin-Augustaf luß; 53. oberen Ramu (?). - Stämme mit fraglicher Stellung: 13. Marapuman, Quellgebiet des Markham; 14. Karambuman, Quellgebiet des Markham; 15. Garawan, Quellgebiet des Markham; 16. Karamburu, Quellgebiet des Markham. - Die Bewohner der K.-W. vorgelagerten Inseln sind durchweg Melanesier, die auf den Schonten-Inseln stark mit den Fremden durchsetzt sind. Im Innern von Umboi und der Long-Insel leben ferner amelanesische Stämme. Die somatische Abgrenzung zwischen Binnenländer und Küstenmann ist heute noch nicht durchführbar, weil neben der Typenmannigfaltigkeit die Gleichheit der Umwelt alle feineren Unterschiede verwischte. Die Küstenbevölkerung ist außerdem stark mit malaiischen Elementen und Resten der polynesischen Passiervölker (Tami) gemischt. Auch beobachtet man gelegentlich (Schouteninseln) einen Einschlag mongolischen (?) Blutes. Aus den beiden Hauptvolksstämmen hebt sich deutlich nur das Pygmäenelement heraus, die Urbevölkerung -großer Teile der Südsee. Am reinsten ist es in der Gegend des Sattelberges vertreten, tritt in Rückschlägen jedoch sowohl bei der Küsten- als bei der Binnenbevölkerung auf. Die Durchschnittsgröße beträgt bei den ?164 cm, bei den ?144 cm. Hände und Füße sind auffallend klein, und der Rumpf ist im Verhältnis zu den übrigen Extremitäten recht lang. Der Kopf ist brachyzephal. Hautfarbe, Haarform, Gesichtsbildung sind wenig von denen der übrigen Bevölkerung verschieden und infolge der weit zurückliegenden Mischung mit anderen Völkern ungemein mannigfaltig. Dieses Pygmäenelement, das in den bisher bekannten Gebieten K.-W.s noch nicht rein angetroffen wurde, ist wohl als die Urbevölkerung Neuguineas anzusehen, die mit Neupommern Beziehungen unterhielt. Die Töpferei war ihr bekannt, desgleichen war sie Hersteller der Steinringe, Steinsterne usw., welche heute als Keulenknöpfe verwendet werden. Die somatischen Merkmale der übrigen Bewohner K.-W.s lassen sich infolge der großen Typenmannigfaltigkeit nur im allgemeinen angeben. Die Eingeborenen sind langköpfig, besitzen braunschwarzes, gelegentlich rötliches, meist spiralig gerolltes Kopfhaar, das vielfach in der Form einer Haarwolke getragen wird; doch hängt es bei manchen Männern auch in fußlangen Strähnen herab oder wird zu einem Haarknoten geschürzt, falls es nicht am Hinterkopf in eine abstehende Manschette (auta) eingebunden wird. Die Augen sind dunkelbraun; die Nase ist breit, massig. Die Adlernase herrscht vor. Das Septum wird durchbohrt und in ihm ein Stab oder Ring als Schmuck getragen. Die Leute erreichen zum Teil beträchtliche Körpergrößen und sind von dunkelbrauner Hautfarbe. Der Bartwuchs ist dürftig. Tatauierung findet in neuerer Zeit Eingang; die Narbenverzierung ist jedoch von altersher im Gebrauch. Bei Trauerfällen wird der Körper bemalt, während bei festlichen Gelegenheiten aller Art rote und bei den Beschneidungsfesten gelbe Farbe benutzt wird. - Die Eingeborenen sind geistig gut veranlagt, anstellig und besitzen eine lebhafte Phantasie, ein ausgeprägtes Gefühlsleben. Die Melanesier sind lebhafter und humorbegabter als die Binnenlandstämme; auch ist ihre Begabung für technische Leistungen aller Art besser entwickelt, desgleichen der Kunst- und Formsinn. Diese Bevölkerung ist über das Land recht ungleichmäßig verteilt. Auf Grund seiner Beobachtungen kommt Neuhauß zu dem Ergebnis, daß das heute bekannte K.-W. von rund 200000 Menschen bewohnt wird. Das schließt natürlich nicht aus, daß die tatsächlich vorhandene Bevölkerung vielleicht dreimal so groß ist. Die großen Flußebenen, die reichgegliederten Küsten, die vorgelagerten Inseln sind wesentlich stärker besiedelt als die Gebiete mit hohen Bergen oder steilen Küstenabfällen zum Meere. Große, ausgedehnte Siedelungen sind an den beiderseitigen Nebenflüssen des Kaiserin-Augustaflusses durch die Erkundungen der Expedition des Reichskolonialamtes 1912/13 bekannt geworden. – Von staatlichen Organisationen ist wenig zu spüren. Um mit Neuhauß zu reden, gibt es in K.-W. weder Herren noch Knechte. Die einzelnen Dörfer, die in der Regel nur wenige Häuser umfassen, bilden ein abgeschlossenes Ganzes, das seine Selbständigkeit in den wenigsten Fällen aufgibt. Zuweilen schließen sich einzelne Dorfgemeinschaften auf wirtschaftlicher und familialer Grundlage zusammen. Diese Dorfsiedelungen bestehen aus einzelnen Gehöften, die oft im Busch verteilt liegen, oder es sind Haufendörfer mit beliebigem Grundriß und Dörfer mit Straßenanlage. In der Regel sind die Siedelungen auf festem Boden errichtet, doch fehlt es auch nicht an Pfahlbaudörfern im Wasser. - Obwohl in der Dorfgemeinde jedermann dem anderen gegenüber gleichberechtigt ist, gibt es Reichtum und Armut. Wie nun Individuen mit niedrigen Kulturanschauungen Reichtum mit Macht identifizieren, so gilt der reichste Mann stets als der mächtigste, dem der Rang eines Dorfältesten zuerkannt wird. Vielfach ist es das Familienoberhaupt der ersten Familie. Er hat das gemeinsame Eigentum zu überwachen und führt in den Dorfberatungen den Vorsitz, denn alle gemeinschaftlichen Angelegenheiten werden in der Männerversammlung entschieden. Selbständige Anordnungen seinerseits würden bei den Dorfbewohnern kläglich Schiffbruch erleiden. Zauberer und Priester stehen infolge ihrer Kenntnisse in großem Ansehen beim Volke. - Im Besitz unterscheidet man persönlichen, Klub- und Dorfgemeinschaftsbesitz. Im persönlichen Besitz eignet der Eingeborene nur seine Frau, sein Haus, seine Gebrauchsgegenstände, Schmuck, Kleidung, Waffen; doch geht der Kommunismus gelegentlich auch auf die letztgenannten Dinge über. An seiner übrigen Habe (Nahrungsmittel, Haustiere [Schwein, Hund], Fruchtbäumen usw.) hat er wohl das erste Anrecht, doch muß er den Ertrag seiner Pflanzungen resp. das Fleisch seiner Haustiere stets mit den übrigen Dorfgenossen teilen. - Als Geld und Wertmesser ist Muschelgeld verschiedener Art im Umlauf. Daneben haben eigentlich nur Eber- und Hundezähne Geldwert, die wie das Muschelgeld am Leibe selbst als Schmuckstücke mitgeführt werden, falls man es nicht in das Gewahrsam der Geisterhäuser bringt. - Grund und Boden sind Gemeindeeigentum. Er wird von den einzelnen Sippen und Familien gemeinschaftlich bestellt. Das bewirtschaftete Grundstück ist mit seinen Erträgen der zeitweilige Besitz des eingeborenen Bauern. Dies gemeinsame Recht am Boden haftet an der gemeinsamen Arbeit, welche bei der Rodung des Urwaldes und der ersten Anlage der Pflanzungen beansprucht wird. Dort, wo weite Steppen vorhanden sind (Kap König Wilhelm), gibt es ein erbliches Eigentum. Gelegentliche Landverkäufe oder Landverpachtungen werden so geregelt, daß jedes einzelne Mitglied der Sippe, die das Anrecht am Boden hat, dafür zu entschädigen ist. Bei solchen Verkäufen handelt es sich jedoch allemal nur um den Boden. Die darauf wachsenden Fruchtbäume selbst sind unveräußerlich und bleiben stets Eigentum der Verkäufer. - Feldfruchtdiebstahl wird mit dem Tode geahndet. - Im übrigen sind die Rechtsanschauungen der Eingeborenen sehr verwickelt. Es gibt ein Familienrecht, Mutterrecht, Erbrecht, Eigentumsrecht, Fisch- und Jagdrecht, Ältestenrecht, Asylrecht, Fundrecht, Kriegsrecht usw. Blutrache ist der immer erneute Anlaß zu den fortwährenden Streitigkeiten und Kriegen. - Die Familie baut sich auf der Heirat auf, und diese richtet sich nach dem Totem der Sippe der Eheleute. Alle Angehörigen derselben Sippe betrachten sich als Geschwister, zwischen denen eine Heirat als todeswürdiges Verbrechen gilt. Man heiratet daher exogam. Die Frau wird gekauft. Der Bräutigam kauft sie von der ganzen Verwandtschaft, in erster Linie von den Brüdern der Mutter, dann von den eigentlichen Eltern. Monogamie ist die übliche Form der Ehe; Vielweiberei ist erlaubt, doch nur den Wohlhabenden möglich. Scheidungsgründe sind Unfruchtbarkeit, Gebrechen, wirtschaftliche Untüchtigkeit usw. Der Geschlechtstrieb der Eingeborenen ist stark entwickelt; daneben mangelt es nicht an Perversitäten aller Art. Kinder worden vielfach abgetrieben oder getötet. 2-3 Kinder sind im Durchschnitt in einer Familie vorhanden. Kinderreiche Familien geben gegen gute Bezahlung Kinder ab, die von kinderlosen oder -armen Ehepaaren zur Hilfe in der Wirtschaft und ferner zur Versorgung im Alter adoptiert werden. -Tritt bei Knaben und Mädchen die Geschlechtsreife ein, so werden für beide besondere Pubertätsfeste abgehalten. Die Knaben werden beschnitten. Vor den Festen verbringen beide Geschlechter getrennt längere Zeit in Klausur, wo sie in den Traditionen, Zaubergeheimnissen, Sitten usw. unterwiesen werden. Besonderer Schmuck, Bemalung, Narbentatauierung kennzeichnet dann die Heiratsfähigen. Der Tod erscheint den Eingeborenen als etwas Unnatürliches. Zauber böser Geister oder übelwollender Menschen sind die verantwortlichen Ursachen. Es gibt eine Unmenge Totengebräuche, die allenthalben verschieden sind. Die Leiche wird in der Wohnhütte oder davor, im Männerhause oder im Busche begraben. Männer bettet man gelegentlich in Kisten, Frauen in Matten. Sie erhalten mancherlei Beigaben, und über dem Grabe errichtet man vielfach Häuschen, setzt dem Toten auch Speise und Trank hin. Große Feierlichkeiten gehen mit dem Begräbnis einher, die noch mehrmals wiederholt werden. Nach erfolgter Verwesung scharrt man die Gebeine aus dem Boden, schmückt und ziert den Schädel schön aus und bewahrt ihn im Wohnhaus, Männerhaus, Geisterhaus oder auf den Kultplätzen auf. Die übrigen Knochen werden von neuem bestattet oder bemalt und geschmückt unter dem Hausdache aufgehängt. Als Amulette stehen sie zum Teil in hohem Ansehen. - Die Bergvö1ker setzen ihre Toten gelegentlich in Höhlen bei. Totenfolge besteht in der Nähe der holländischen Grenze, wo der überlebende Gatte dem toten innerhalb zweier Tage im Tode folgen muß. - Als äußere Zeichen der Trauer tragen Mann und Frau besondere Schmuckstücke, bemalen sich und müssen überhaupt unter Beobachtung gewisser Zeremonien, Enthaltsamkeit von Speisen usw eine Zeitlang abseits von den übrigen leben. Diese Totengebräuche und Totenverehrung, von denen das Schnitzen eines Bildnisses des Verstorbenen besonders zu erwähnen ist, wurzeln zum guten Teil in religiösen Vorstellungen der Eingeborenen. Manismus, der mit animistischen Vorstellungen durchsetzt ist, bildet die Grundlage der Religion. Geister, gute und böse, ursprüngliche und vor allem die Seelen der Verstorbenen halten das Leben der Eingeborenen in Abhängigkeit. Hinzu tritt der Zauberaberglaube. Die Naturgewalten stehen im Banne des Zauberers, der mittels direkten Berührungs- oder Fernzaubers Krieg, Jagd, Fischerei, Feld, Schwein, Hund, Liebe, Krankheit, Genesung, Tod in seine Gewalt bannt und gegen alle wirksamen Zauber ebenso wirksame Gegenzauber kennt (s. Religionen der Eingeborenen). -In wirtschaftlicher Beziehung ist der Eingeborene Landbauer, Fischer, Jäger, gelegentlich etwas Viehzüchter. Auch hier findet eine strenge Arbeitstrennung zwischen beiden Geschlechtern statt wie in den Admiralitätsinseln (s. d.). Feldmäßig gebaut werden: Taro, Yams, Banane, Zuckerrohr, zuweilen Süßkartoffeln, als Genußmittel Tabak, Betelpfeffer und Kawa. Angepflanzt werden: Kokospalme, Brotfruchtbaum, Pandanus, als Genußmittel die Betelpalme. Daneben erntet man in der Sammelwirtschaft noch eine große Anzahl eßbarer, wildwachsender Früchte. - Ferner betätigt man sich industriell. In K.-W. haben sich eine Reihe Orte als Industriezentren herausgebildet, von denen jeder die fabrikmäßige Herstellung von Werkzeugen, Waffen, Gebrauchsgegenständen, Schmuck usw. betreibt und gleichzeitig auf dem Wege des Tauschverkehrs weithin verhandelt. Wichtige Fabrikationsorte sind z. B. für geschnitzte Holzschüsseln: Tami, Stefansort; für Tonwaren: Laukanu, Kelana, Bilibili (Glasur), Mittellauf des Kaiserin-Augustaflusses usw. - Gelegentliche Märkte, die jedoch nicht so gut organisiert und beschickt sind wie im Bismarckarchipel, führen die Eingeborenen der Küste mit denen der vorgelagerten Inseln und des Binnenlandes zusammen und lassen sie ihre Produkte austauschen. Spiele aller Art (Schieß-, Kriegs-, Bade-, Tier-, Jagd-, Pflanzungs-, Reigen-, Fang-, Ball-, Wurf- und Schleuder-, Reit-, Ton-, Feuer-, Hüpf- und Spring-, Fadenspiele, Kreisel usw.) sind bei Jung und Alt beliebt. Die Erwachsenen erproben ihre Tüchtigkeit und Geschicklichkeit ferner in Wettspielen, so im Laufen, Schwimmen, Segeln, Ringen, Bogenschießen usw. - Tänze, Festlichkeiten, die zu Kultzwecken und auch aus rein materiellen Ursachen abgehalten werden, bringen Abwechslung in das tägliche Einerlei des Eingeborenenlebens. Die Tänze werden meist von maskierten und bemalten Männern, seltener von Frauen ausgeführt; die letzteren sind sogar vielfach vom Zuschauen ausgeschlossen. - Zum Tanz gesellt sich die Musik. Gesänge (über Musik s. den dort wiedergegebenen Klagegesang der Kai auf K.) und Instrumente begleiten den Tanz, doch dienen diese gleichzeitig auch dem privaten Musikbedürfnis des einzelnen bei seiner Arbeit: Segelhissen, Paddeln, Bootaufschlippen, Toddyschneiden usw. Als Blasinstrumente benutzt man Pan-, Bund- und große Bambusflöte, Tritonshorn, Kürbishorn, hölzernes Blashorn, Maultrommel, Brummrohr. Schlaginstrumente sind die Trommeln; die meist recht große, plumpe Schlitztrommel dient zum Signalgeben, die kleine sanduhrförmige mit Leguanhaut bespannte Trommel zum Begleiten der Tanzgesänge. Klapper, Rassel und Schwirrholz sind als kultische Lärminstrumente in K.-W. weit verbreitet. Als Saiteninstrument ist bisher nur eine Art Musikbogen vom Kaiserin-Augustafluß bekannt geworden (s. a. Musikinstrumente). -Die materielle Kultur ist reichhaltig, aber nicht in allen Teilen gleichartig. Es bestehen zwischen den Küsten- und Binnenlandvölkern wesentliche Unterschiede in der Art und im Umfange des Kulturbesitzes, der sich aus der Umwelt und den Bedürfnissen der Eingeborenen heraus regelt. Das Haus des Amelanesiers ist einfacher, plumper als das der in ihrer Kultur vollkommeneren Melanesier, obschon gelegentlich (Bogadjim) auch Amelanesier den Haustyp und seine Bauart von den Melanesiern entlehnen. - Die ursprüngliche Form des Hauses ist die Rundhütte mit kegelförmigem Dach, wie sie, auf dem Erdboden direkt errichtet, bei den Bergvölkern im Innern der Insel angetroffen werden. Es sind rohe Gerüste, die mit Gras gedeckt werden. Ein Pfeiler in der Mitte der Hütte trägt das Dach. In der Nähe der Küste, Lagunen und Flußniederungen wird diese Hütte auf Pfahlrosten montiert, um Überschwemmungsgefahren einerseits und feindlichen Angriffen andererseits gewachsen zu sein. In unsicheren Gegenden tritt das Baumhaus hinzu, das als Wohnhaus und auch als Späh- und Wachthaus benutzt wird. Das Haus des Melanesiers sieht anders aus. Es hat durchweg rechteckigen Grundriß, ein einfaches Satteldach mit mehr oder minder überhängenden Giebeln oder ein Doppeldach, das an indonesische Vorbilder erinnert. Im westlichen K.-W. ist dies allgemein verbreitet. Die Wände bestehen aus Rohr, Holzplanken oder Rinde, die reich bemalt und beschnitzt sind. Das Haus wird mit Palmblättern gedeckt und unabhängig von den örtlichen Verhältnissen meist auf Pfahlrosten errichtet. Zwischen Rundhütte und rechteckigem Haus gibt es mannigfache Übergänge und Zwischenstufen. _ Neben dem Familienwohnhaus, das Eltern, Kinder, Verwandte, Gäste, Haustiere aufnimmt, ist noch eine große Anzahl Häuser vorhanden, die besonderen Zwecken dienen: so die Männerhäuser, Junggesellen-, Versammlungshäuser, die Weiber-, Menstruations-, Gebärhütten, Geister- und Zeremonialhäuser. - Die Junggesellen- und Geisterhäuser sind unter den genannten die größten und gleichzeitig durch Malerei und Schnitzkunst am reichsten verzierten Gebäude. Schmuck wird überhaupt zur äußeren Ausstattung reichlich verwendet. Treppen führen in die Innenwohnräume. Wie die Gebrauchsgegenstände vielfach Eigentumsmarken besitzen, so hat auch das Haus in K.-W. häufig einen eigenen Namen und seine Hausmarke. Sonderzwecken dienen ferner die einzelnen Wirtschaftsgebäude als: Bootshaus, Kochhaus, Vorratshaus für Feldfrüchte, Ställe für Hühner und Schweine. Die Hauseinrichtung ist einfach. Werkzeug, Koch- und Eßgerät, Fanggerät, Waffen, Medizinen, Amulette gehören dazu; ferner finden sich Tische und Bänke, die sich als Schlafunterlage eignen, während man unter den Nacken eine Stütze aus Holz oder Bambus schiebt, die oft prächtig beschnitzt ist. In moskitoreichen Gegenden benutzt man einen dicht geflochtenen Schlafsack, in den nachts die ganze Familie hineinkriecht (Kaiserin-Augustafluß). Matten verschiedenster Art vervollständigen den Hausrat. - Der Herd befindet sich unter oder vor dem Hause. Er ist meist ein viereckiger, mit Steinen gefüllter Kasten, auf dem das Feuer unterhalten wird; ferner bereitet man das Essen in Kochgruben. Das Feuer selbst stellt man durch Bohren oder Sägen her. Irdene Töpfe dienen als Kochgerät, falls man nicht am offenen Feuer, gelegentlich unter Zuhilfenahme eines Bratspießes, röstet. Gefaltete Blattscheiden, Holzschalen in allen Größen und Formen dienen als Eßschüsseln. Kokosschalen und Kalebassen werden als Trinkbecher und Wasserbehälter gebraucht; Löffel und Messer aus Knochen, Perlmutter, Holz vervollständigen das Eßgerät, dessen alter Bestand immer mehr vor den von den Europäern eingeführten Geräten zurückgeht. Zu den Küchenutensilien gehören ferner: Kokosöffner, Kokosschaber, Stampfer aus Holz oder Korallengestein, Rührlöffel für Taro, Taroschäler, Schöpflöffel und Schutzhaken gegen Ratten. Das Werkzeug ist einfach. Soweit man heute nicht schon europäische Eisenwaren verwendet, gebraucht man Äxte und Däxel. Die Klingen bestehen aus geschärftem Grünstein oder Tridacnamuschel und sind in verschiedenster Form fest und drehbar am Schafte befestigt. Hunde-, Nagetier-, Schweine- und Haizähne eignen sich zur Holzbearbeitung, Korallen, Hai- und Rochenhaut benutzt man als Feilen, Fischgräten, zugespitzte Knochen- und Holzstäbchen als Nadeln und Pfriem. Zum Bohren gebraucht man den Drillbohrer. Handwerkszeug, Eßgeräte führt man neben dem Betelgerät, das aus einigen Betelnüssen, einem Päckchen Betelblätter, der beschnitzten, bemalten oder bebrannten Kalebasse oder Bambusrohr mit Betelkalk und Löffel besteht, in filetgestrickten, buntgemusterten Umhängetaschen mit. Pfeife, Tabak, Zündhölzer, Amulette, Muschelgeld usw. finden gleichfalls in ihnen Platz, Zum Transport und zur Aufbewahrung von Nahrungsmitteln dienen geflochtene Körbe der verschiedensten Art. -K1eidung wird fast überall in K.-W. getragen, wenn sie sich auch stellenweise auf ein Hüftband oder eine Peniskapsel aus Muschel oder Kürbis beschränkt. Überwiegend wird von den Männern der Maro die T- Binde aus einfachem, rötelgefärbtem oder bemaltem Rindenbast getragen, während die Frauen zierlich gearbeitete, buntfarbene Gras- und Baströckchen umlegen. - Tatauierung wird wenig geübt, die Körperbemalung ist weit verbreitet. Sie erfolgt bei Kult-, Zeremonial- und Trauerfesten. Die Narbentatauierung findet erst im Südosten seit kurzem Eingang; in den westlichen Gebieten der Insel besteht sie seit altersher. Ungemein abwechslungsvoll und formverschieden ist der Zierat, der zum Schmuck von Haar, Stirn, Ohr, Nase, Hals, Brust, Arm und Bein angelegt wird. Er bildet mit den wertvollsten Besitz des Eingeborenen. Männer tragen reicheren Schmuck als Frauen. Dieser Zierat wird aus pflanzlichen und tierischen Produkten hergestellt. Muscheln, Schildpatt, Hunde- und Eberzähne, bunte Pflanzensamen wie Coyx und Adenanthera, Federn von Tauben, Paradiesvögeln, Kasuaren, Papageien, Hühnern, rot oder schwarz eingefärbter Rotan, gelbe Fasern der jungen Kokosnuß usw. liefern die Rohstoffe. Kämme trägt man im Haar, Agraffen, Bänder auf der Stirn, durch das Septum der Nase wird ein Nasenstab gesteckt, in die durchbohrten und schlingenartig erweiterten Ohrläppchen Ohrbommeln eingehängt; der Oberarm wird eng in breite, gelappte, geflochtene nassaverzierte Bänder gezwängt; die Handgelenke werden von schmalen Reifen aus Muscheln oder Schildpatt umschlossen, auf der Brust hängen breite bunte Schilde oder Agraffen herab; Ketten aus Coyx, Zähnen usw. umgeben den Hals, Manschetten aus Pelz oder Flechtwerk umgürten die Beine. Unter den Waffen sind als Angriffswaffen Bogen und Pfeil, Speer und Keule zu finden, unter den Schutzwaffen nimmt der Schild die erste Stelle ein; Panzer sind bei einigen amelanesischen Stämmen (Hupe) gebräuchlich. Bogen und Pfeil sind vornehmlich im Besitz der melanesischen Küsten- und Inselstämme; im Binnenlande haben sie nur untergeordnete Bedeutung. In den westlichen Teilen K.-W.s tritt der Bogen sehr vereinzelt auf. Am Kaiserin- Augustafluß, auf der Hansainsel und an der K.-W.-Küste abwärts bis Hatzfeldhafen wird er durch das Wuriholz, mit dem besondere Wurfpfeile geschleudert werden, ersetzt. Neben dem Kriegsund Jagdbogen ist stellenweise der Aderlaßbogen im Gebrauch. Die Speere ähneln in der Form den Pfeilen; sie sind 11/2-4 m lang und werden aus Hartholz (Cokes, Betel, Bergpalme) geschnitzt. Ihre Spitze ist glatt oder mit einfachen oder Widerhaken besetzt. Hin und wider wird auch eine besondere Speerspitze lose eingesetzt. Speer und Pfeil werden nie vergiftet, dagegen sind sie wie Bogen, Keule und Schild reich beschnitzt und auch mit anderem Zierrat behängt. Die Keulen bestehen aus flachen, geglätteten Harthölzern oder sind mit glatten, dünnen und dicken, sternartigen oder ananasgeformten Steinringen beschwert. Der Dolch wird aus Kasuarknochen hergestellt; die Schleuder findet nur selten Verwendung. Dagegen hat der Schild allgemeine Verbreitung. Er hat oblonge, kreisrunde oder herzförmige Form, trägt reichen figürlichen Schmuck und wird bisweilen umflochten (Dampier) oder in Netzbeuteln (Hansainsel) getragen. Blutrache bildet den ständigen Anlaß zu Überfällen, die in den Morgenstunden unternommen werden. Friedensschlüsse werden vielfach durch Frauen vermittelt und durch besondere Schmausereien gefeiert. Die gefangenen oder erschlagenen Feinde werden meist gefressen. - Der Industrie ist oben Erwähnung getan. Am wichtigsten ist die Töpferei, die von Frauen betrieben wird, während die Männer den Ton besorgen. Die Tonwaren werden ohne Benutzung der Töpferscheibe entweder in Klopf- (Kelana) oder Spiralwulsttechnik (Kaiserin-Augustafluß) hergestellt, hernach im offenen Feuer gebrannt. Am fortgeschrittensten ist die Keramik am Kaiserin-Augustafluß, wo man die Tongefäße mit prächtigem, plastischen figürlichen Schmuck oder buntfarbenen Reliefornamenten verziert. Die Weiber betreiben ferner das Mattenflechten, die Herstellung der Netztaschen und der Weiberkleider; den Männern liegt der Bau von Häusern, Booten, Waffen, Schmuckgegenständen, Männerkleidern, Fanggerät, Werkzeug ob. Schweine, Krokodile, Kasuare werden von den Männern mit Speeren, Pfeil und Bogen erlegt, gejagt und gelegentlich auch in Fallen oder mit Netzen gefangen. Vögel holt man mit Dreispitzpfeilen oder Schleudersteinen aus den Bäumen herab. Die Fischerei wird auf dem Riffe von Frauen betrieben, die Fluß-, Lagunen-, Hochseefischerei ist Angelegenheit der Männer. Angeln, Leinen, Fischpfeile, Fischspeere, Netze verschiedenster Art, Spinner, Drache, Reuse und Gift sind die gebräuchlichen Fanggeräte (vgl. Fischerei). - Als Verkehrsmittel sind dreierlei Fahrzeuge in Gebrauch: der einfache Einbaum, der Einbaum mit Ausleger und das Floß. Flußübergänge stellt man vielfach durch kunstvolle Hängebrücken aus zusammengeflochtenen Lianen her. Der Einbaum wird auf dem Kaiserin- Augustafluß benutzt (s. Tafel 180), wo die vielen engen Kanäle zwischen den versumpften Ufern die Verwendung des Auslegers unmöglich machen. Mit Stoßstangen und Paddeln bewegt man ihn vorwärts. Das Auslegerboot besteht in seiner einfachsten Form aus zwei durch Querhölzer verbundenen Holzbalken (Sialum). Die seegehenden Fahrzeuge sind 5-15 m lang. Sie bestehen aus großen Einbäumen, die durch durch mehrere aufgesetzte Bordplanken bedeutend erhöht werden und durch lange Querhölzer, auf denen gelegentlich noch Etagenbauten errichtet werden, mit dem schweren Schwimmer verbunden sind. Die Boote führen ein oder zwei Masten, an denen an Raen die breiten, viereckigen Mattensegel hängen. Steuerruder, Paddeln, Stoßstangen, Ösfässer, Anker, Herd, Reservematerial vervollständigen die Schiffsausrüstung. Die geistige Kultur der Eingeborenen steht auf einer hohen Stufe. In Märchen, Sagen, Geschichten, Epen und Tanzgesängen werden die Ereignisse des Eingeborenenlebens festgehalten, die Traditionen der Götter, der Familien, der Totemstiere usw. überliefert. - Die Schilderungen sind sehr lebendig; alle Gegenstände, Stein, Pflanze, Tier, werden darin als lebende, tätige, sprechende und vernunftbegabte Wesen eingeführt. Holzbildhauerei, Brand- und Farbenma1erei legen Zeugnis von der relativ gut entwickelten künstlerischen Begabung der Eingeborenen und ihres Kunstsinnes ab (Tami, Kaiserin-Augustafluß). Eine genaue Statistik über die Zahl der Eingeborenen in K.-W. liegt noch nicht vor, da der größte Teil des Innern der Insel noch unerforscht ist. Dagegen ist die Küstenbevölkerung von Sigawa (Dorfinselspitze) bis zum Busi (Markham) im März 1913 gezählt worden. Es ergab sich hierbei bei 67 Dorfschaften eine Gesamtzahl von 7927 Seelen. Darunter sind 296 männliche, 560 weibliche Greise, 1968 männliche, 1778 weibliche arbeitsfähige erwachsene Personen, 1511 männliche und 1265 weibliche Kinder, sowie 280 männliche und 269 weibliche Säuglinge festgestellt worden. (Näheres im Amtsblatt für das Schutzgebiet Deutsch-Neuguinea vom 1. Mai 1913 Nr. 9 S. 80/81.) Angeworben sind in K.-W. nach der letzten Statistik (1913) 935 Eingeborene aus dem Bezirk Friedrich-Wilhelmshafen, 851 aus dem Bezirk Eitape und 227 aus dem Bezirk Morobe.

Thilenius. Hambruch.

*) Vgl. hierzu die Karte unter Deutsch-Neuguinea: Verbreitung wichtiger Kulturelemente in Deutsch-Melanesien III, auf der die oben angeführten Zahlen für die einzelnen Volksstämme eingetragen sind.

11. Europäerbevölkerung. Die weiße Bevölkerung belief sich 1913 auf 283 Personen darunter 180 Männer, 103 Frauen, unter denen sich 38 Kinder befinden. Im einzelnen verteilt sich diese weiße Bevölkerung auf den Bezirk Friedrich-Wilhelmshafen mit 224 Personen, Eitape mit 47 Personen und den Bezirk Morobe mit 12 Personen. Mischlinge wohnen in K.-W. im ganzen 17, und zwar 10 im Bezirk Friedrich-Wilhelmshafen, 3 im Bezirk Eitape und 4 im Bezirk Morobe.

12. Europäische Unternehmungen. Die größte europäische Unternehmung ist die Neuguinea- Kompagnie. Sie verfügt allein über ein Areal von 82406 ha und hat insgesamt 3075 ha, die sich auf 13 Pflanzungen verteilen, unter Kultur. Die Pflanzungen liegen in der Nähe von Friedrich-Wilhelmshafen, bei Potsdamhafen, in der Gegend von Berlinhafen, sowie in der Astrolabebai, ca. 30 km südlich von K.W. In der Hauptsache handelt es sich hierbei um Kokosnußplantagen. Bei Konstantinhafen befindet sich aber auch eine Sisalhanfpflanzung in der Größe von 230 ha, und auf einigen Pflanzungen sind auch noch geringere Bestände von Kautschukbäumen vorhanden. Außer der Neuguinea-Kompagnie haben sich neuerdings auch noch eine größere Anzahl kleinere Gesellschaften sowie Einzelfarmer in K.-W. niedergelassen, die in der Hauptsache die Kultur der Kokospalme betreiben. Es handelt sich hierbei um 13 Betriebe, darunter einen mit 1000 ha, einen mit 500 und einige mit 400, 200 bis 150 ha. Im ganzen sind in K.-W. 6991 ha unter Kultur, von denen 2596 ertragsfähig sind. Die Palmpflanzungen bedecken 5539 ha, 244 ha sind mit Kakao, 793 mit Ficus, 147 mit Hevea und 94 mit Castilloa bepflanzt. Außerdem wird, wie schon erwähnt, noch Sisal kultiviert, neuerdings in geringem Umfang auch Reis. Weiße Beamte und Unternehmer, soweit diese ihre Pflanzungen selbst leiten, befinden sich 46 auf den Plantagen. Die Zahl der farbigen Arbeiter beträgt nach dem Stande vom 1. Jan. 1913 3955. Außer den Gesellschaften und selbständigen Pflanzern sind auch die Katholische Mission vom Heiligen Geist, die ihren Hauptsitz am Alexishafen hat, sowie im Süden von K.-W. die Neuendettelsauer Missionsgesellschaft wirtschaftlich tätig. Sie haben ebenfalls größere Palmpflanzungen angelegt und betreiben auch für ihren eigenen Bedarf kleinere gewerbliche Betriebe, wie Sägewerke, Ziegeleien, mechanische Werkstätten u. dgl. (s. auch Deutsch- Neuguinea, Missionen). - Der Viehbestand belief sich (1913) auf 475 Schweine, 1538 Stück Rindvieh, 79 Wasserbüffel, 8 Esel, 140 Pferde, 4 Maulesel, 286 Schafe, 179 Ziegen, 4286 Stück Federvieh.

13. Handel und Verkehr. Der Handel umfaßt vor allen Dingen den Ankauf von Kopra von den Eingeborenen, die dafür meist noch die gangbaren Tauschwaren, wie Verzehrungs- und Bekleidungsgegenstände, Metallwaren (Messer, Beile, Äxte u. dgl.) erhalten. Außer Kopra werden noch in geringem Umfang Kautschuk, Guttapercha sowie Sisalhanf und Massoirinde ausgeführt. Paradiesvögel und Krontaubenschmücke sind in den letzten Jahren gleichfalls in größeren Mengen zur Ausfuhr gekommen, und zwar sind in der Statistik für das Kalenderjahr 1912 als ausgeführt angegeben 9837 Paradiesvögel im Werte von 449 260 M und 3683 Krontaubenschmücke im Werte von 18606 M. Eine getrennte Statistik für die Plantagenprodukte liegt für K.-W. nicht vor (s. darüber Deutsch-Neuguinea, Handel). - Banken befinden sich noch nicht in K.-W., doch besorgt die Neuguinea-Kompagnie etwa vorkommende Bankgeschäfte (wegen des Münzwesens s. Deutsch-Neuguinea, Münz-und Bankwesen). – Den Verkehr mit K.-W. vermitteln die Austral-Japan-Linie sowie die Neuguinea-Singapore-Linie des Norddeutschen Lloyd. Erstere läuft vierwöchentlich Friedrich-Wilhelmshafen an, die letztere berührt in 10wöchentlichen Abständen alle wichtigeren Plätze K.-W.s. (Wegen des Näheren s. Deutsch-Neuguinea, Verkehrswesen.)

14. Verwaltung. Verwaltungstechnisch ist K.-W. dem Schutzgebiet Deutsch-Neuguinea angegliedert. Es ist eingeteilt in 3 Verwaltungsbezirke und zwar 1 Bezirksamt sowie 2 Stationen. Der Sitz des Bezirksamts befindet sich in Friedrich-Wilhelmshafen. Von den beiden Regierungsstationen liegt eine im Norden von K.-W. in Eitape, die andere im Süden, in Morobe. Alle 3 Bezirke unterstehen unmittelbar dem Gouverneur in Rabaul. Anfang 1914 ist noch eine Regierungsstation am Kaiserin-Augustafluß errichtet worden, und zwar in Angorum, die indessen dem Bezirksamtmann in Friedrich-Wilhelmshafen unterstellt ist. Das Bezirksgericht für K.-W. befindet sich in Friedrich-Wilhelmshafen. Der Bezirksamtmann dort nimmt die bezirksrichterlichen Geschäfte im Nebenamt wahr. Daneben versieht er gleichzeitig auch noch die Funktionen des Seemannsamtes. Die standesamtlichen Geschäfte werden jeweils von den Bezirksleitern im Nebenamt mitbesorgt. Nur in Finschhafen im Süden von K.-W. befindet sich ein selbständiges Standesamt, das einem Missionar der Neuendettelsauer Missionsgesellschaft daselbst übertragen ist. Das Obergericht für K.-W. befindet sich in Rabaul. Dem Bezirksamtmann ist noch ein Bezirksrat beigegeben, der ähnliche Funktionen hat wie ein Gouvernementsrat (s. d.) und von ihm in wichtigen Angelegenheiten, so namentlich bei der Beratung des Etatsvoranschlages, gehört wird. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zur Ausübung des polizeilichen Schutzes sind den einzelnen Verwaltungsstellen Polizeitruppen in der Stärke von 50 Mann, in Friedrich-Wilhelmshafen von 120 Mann beigegeben. - Für den Gesundheitsdienst ist in Friedrich-Wilhelmshafen ein Regierungsarzt bestellt. Daselbst befindet sich auch ein von ihm geleitetes Europäerkrankenhaus. Den einzelnen Stationen ist jeweils ein Sanitätsgehilfe beigegeben.

15. Kirchen-, Schul- und Missionswesen. Kirchengemeinden im europäischen Sinne gibt es in K.-W. noch nicht, die Seelsorge liegt ausschließlich in den Händen der hier tätigen 3 Missionsgesellschaften, nämlich der katholischen Mission vom Heiligen Geist, der Rheinischen Missionsgesellschaft, sowie der Neuendettelsauer Missionsgesellschaft (wegen des Näheren s. Deutsch-Neuguinea, Missionen, sowie K.-W., Apostolische Präfektur). Auch Regierungsschulen bestehen in K.-W. noch nicht, dagegen unterhalten die Missionen nach Bedarf Eingeborenenschulen.

Krauß.

16. Entdeckungsgeschichte und politische Geschichte. Nachdem das nordwestliche Neuguinea bereits 1526/27 von dem portugiesischen Molukkengouverneur Jorge de Meneses entdeckt worden war, dürfte die Küste des Kaiser-Wilhelmslandes bereits 1529 von dem spanischen Seefahrer Alvaro de Saavedra erreicht worden sein. 1545 befuhr Yñigo Ortiz de Retes, dem wir auch den Namen Neuguinea verdanken, die ganze Finschund Hansemannküste und entdeckte die denselben vorgelagerten kleinen Inseln, sowie Ninigo, Luf, Matty, Durour und Allisoninsel. 1616 fuhren dann Le Maire (s.d.) und Schouten (s.d.) wieder der Hansemann- und Finschküste entlang, ebenso 1643 Abel Tasman (s.d.), der u. a. auch die Rook-, Long, Kronen- und Vulkaninseln gesichtet hat. Erst 1700 durchfuhr Dampier (s.d.) die nach ihm benannte Straße und stellte damit fest, daß Neuguinea nicht mit Neubritannien zusammenhänge. 1793 entdeckte endlich A. J. Raymond Bruni d`Entrecasteaux (s.d.) den Huongolf mit der Longuerueund den Cretininseln, 1826 berührte Duperrey (s.d.) mit Lesson die Le Maire-Inseln wieder, und 1827 fand J. S. C. Dumont d`Urville (s.d.) die nach seinem Schiffe "Astrolabe" benannte große Bucht des Kaiser- Wilhelmslands. Damit waren die groben Umrisse des jetzigen Schutzgebiets bekannt geworden. Im folgenden Jahre, 1828, nahmen die Holländer den westlichen Teil Neuguineas in Besitz, und nach einer Reihe von Forschungsreisen holländischer und englischer Schiffe im westlichen und südlichen Neuguinea wurde 1866 und 1869 die Besitzergreifung des nicht holländischen Teils von Neuguinea, Neubritannien und anderen Südseeinseln durch Preußen von australischen Deutschen - freilich ohne jeden Erfolg - angeregt, während 1867 Australier für englische, dann Cerruto für italienische Kolonisation plädierten. 1871/72 arbeitete der Russe Nicolaus von Miklucho Maclay (s.d.) an der Astrolabebucht; 1874 entdeckte John Moresby nach mehrmaligen Forschungsfahrten im nunmehr englischen Südost-Neuguinea den Markhamfluß und befuhr die ganze nun deutsche Küste bis Humboldtbai. Im Jahre 1878 aber annektierte Queensland tatsächlich die Inseln der Torresstraße und arbeitete damit der englischen Besitzergreifung auf der nahen Hauptinsel vor, während seit 1872 die Festsetzung deutscher Handelshäuser im Bismarckarchipel, 1875 die Forschungsreise der "Gazelle" (s. d.), 1878 die Erwerbung der Häfen Makadau und Mioko für das deutsche Reich durch Korvettenkapitän B. v. Werner (s.d.), 1880 die Bildung einer deutschen Südsee- Kolonisationsgesellschaft durch Adolph von Hansemann (s.d.), 1882/83 die Aufnahmen der deutschen Kriegsschiffe Carola und Hyäne, 1883 die Entsendung G. von Örtzens (s.d.) als Reichskommissar nach Matupi und 1884/85 die auch in geographischer Hinsicht sehr erfolgreichen Fahrten von O. Finsch (s.d.) auf der "Samoa" im Auftrage des deutschen "Konsortiums zur Vorbereitung und Errichtung einer Südseekompagnie" die deutsche Besitzergreifung vorbereiteten. Inzwischen hatte 1882 und 1883 in Australien eine energische, aber erfolglose Agitation für Annexion des nichtholländischen Teils von Neuguinea eingesetzt; diese führte am 3. April 1883 zu einer vom Mutterland nachher mißbilligten Besitzergreifung des östlichen Neuguinea durch Queensland. Ende 1884 aber wurde im Bismarckarchipel und der Nordküste des östlichen Neuguinea an verschiedenen Stellen durch deutsche Kriegsschiffe die deutsche Flagge gehißt, während England nun das südöstliche Neuguinea nebst den Louisiaden und den d'Entrecasteauxinseln in Besitz nahm. Ein daran anschließender Notenwechsel der beiderseitigen Regierungen führte am 29. April 1886 zu der eingangs erwähnten Grenze in Neuguinea und der Abmachung, daß außer dem Bismarckarchipel noch die nördlichen Salomoninseln (Buka bis Ysabel mit ihren Nebeninseln) Deutschland zufallen sollten. Nach der deutschen Besitzergreifung tat zunächst (1886/87) Frhr. v. Schleinitz (s.d.) als Landeshauptmann viel für die Erforschung der Küstengewässer, die später von deutschen Kriegsschiffen weiter aufgenommen wurden. 1887 unternahmen Schrader (s.d.) und Hollrung (s.d.) eine Expedition nach dem von Finsch entdeckten, von Frhr. v. Schleinitz zuerst hoch hinauf befahrenen Kaiserin-Augustafluß; sie und andere untersuchten einige Küstenstrecken. Unter Landeshauptmann Kraetke (s.d.) drang H. Zöller (s.d.) im Finisterregebirge bis 2660 m Höhe vor; Lauterbach (s.d.) nahm den Gogolfluß auf, während v. Puttkammer, Linnemann und Ludwig den Margaretenfluß verfolgten. 1895 versuchte Otto Ehlers (s.d.) vom Huongolf aus Neuguinea zu durchqueren, wurde aber unterwegs nach großen Mühsalen von seinen Leuten ermordet. Dagegen gelang es Lauterbach, Tappenbeck (s.d.) und Kersting (s.d.) 1896 den Ramu aufzufinden, der den Oberlauf des von Finsch entdeckten, vom Frhr. v. Schleinitz zuerst benannten Ottilienflusses darstellt, wie Tappenbeck 1898 durch Befahren vollends sicherstellte. 1899 befuhr Lauterbach abermals den Ramu, und 1900 besuchte Gouverneur von Bennigsen (s.d.) den Herkulesfluß, während B. Hagen (s.d.) seine ethnographischen Beobachtungen aus der Umgebung von Stephansort veröffentlichte. 1907 und in den folgenden Jahren forschte Schlechter (s. d.) nach dem Vorkommen von Guttapercha- und Kautschukbäumen, 1907/08 gelangten Dammköhler (s.d.) und Fröhlich vom Huongolf durch das Markhamtal nach der Astrolabebai (bei einer Wiederholung dieser Durchquerung wurde aber Dammköhler 1909 von Eingeborenen ermordet). Im März 1908 machte Gouverneur Dr. Hahl (s.d.) eine Expedition nach dem Waria, wohin bald darauf abermals eine Grenzkommission, bestehend aus Hauptmann Foerster (s.d.) und Bergassessor Stollé (s. d.), abgeschickt wurde. 1907 machte P. Reiber geologische Aufnahmen im Torricelligebirge; ebenda und längs der Finschküste, bis Humboldtbai nahm Friederici (s.d.) 1908 und 1909 topographische und ethnologische Aufnahmen vor und befuhr mit Full den Kaiserin- Augustafluß bis 4° 6' s. B. und 143° 11' ö. L.; ethnologische und anthropologische Untersuchungen machten Dr. Pöch 1905 und Schlaginhaufen (s.d.) 1909, sowie die Hamburger Südsee-Expedition (s. J.), die 1909 den Kaiserin- Augustafluß (s.d.) befuhr. 1910 aber drang L. Schultze (s.d.) mit der deutschniederländischen Grenzexpedition vom Meere aus längs der Westgrenze bis 3° 20' s. Br. und 140° 55' ö. L. vor und befuhr dann den Kaiserin-Augustafluß bis 4° 49' s. Br. und etwa 141° 15' ö. L. Einige Missionare, darunter vor allem G. Pilhofer, machten 1911 und 1912 bedeutsame Reisen und Entdeckungen auf der Huonhalbinsel. 1912 und 1913 aber ging eine vielgliedrige Forschungsexpedition unter der Leitung von Bergassessor Stollé den Kaiserin- Augustafluß hinauf, bezog bei Malu ein festes Standquartier und erforschte von hier aus systematisch in geographischer, ethnologischer, botanischer und zoologischer Hinsicht die weitere Umgebung des Stromes. Es gelang Dr. Behrmann über die hydrographischen, geologischen und topographischen Verhältnisse eines Gebiets von etwa 40000 qkm gute Auskunft zu erhalten; durch Peilungen und photogrammetrische Aufnahmen im Anschluß an eine fliegende Triangulierung wurde die Möglichkeit guter kartographischer Darstellung dieses Gebietes gewonnen. Dr. Thurnwald aber machte im August 1913 vom Kaiserin-Augustafluß aus einen Vorstoß bis zur Nordküste, die er bei der Moem-Halbinsel erreichte (143° 40' ö. L.). Nachdem er von Murik aus wieder zu Lande nach dem Kaiserin - Augustafluß (Missionsstation Marienberg) zurückgekehrt war, gelang es ihm im Oktober 1913 eine neue Durchquerung durch zum Teil dicht bevölkerte Gebiete in der ungefähren Linie Tschessbandai-Eitape durchzuführen. Für die äußerste Südwestecke des K.-W. haben holländische Forscher bereits vom holländischen Gebiet aus eine Anzahl von Berggipfeln (von mehr als 3000 m Höhe) Messen und festlegen können. (Vgl. J. L. Chaillet, De Boven Digod en het aangrenzende bergterrein in Zuid Niew-Guinea 1 : 500000 Kaart XII. Tijdschrift, van het Kon. Ned. Aardrijkskundig Genootschap 1913.)

Sapper.

Literatur: Zu 1-7: Nachrichten für und über Kaiser-Wilhelmsland 1885/86 (seit 1887 Nachrichten über Kaiser-Wilhelmsland) 1887/98. Mitt. a. d. d. Schutzgeb. seit 1888. - O. Finsch, Samoafahrten. Lpz. 1888. - H. Zöller, Deutsch-Neuguinea und meine Besteigung des Finisterregebirges. Stuttg. 1891. -Krieger, v. Danckelman, v. Luschan, Matschie, Warburg: Neuguinea. Berl. (1899). - H. Blum, Neuguinea und der Bismarckarchipel. Berl. 1900. E. Tappenbeck, Deutsch-Neuguinea. Berl. 1901. - A. Klautzsch, Die Gesteine des Wariagebietes, Jahrb. d. k. preuß. geol. Landesanstalt 1909. E. Werner, Im westlichen Finisterregebirge. Peterm. Mitt. 55, 4. u. 5. Heft. - Derselbe: Kaiser-Wilhelmsland. Freiburg i. Br. 1911. A. Wichmann, Entdeckungsgeschichte von Neuguinea I, II (Nova Guinea I, II). Leiden 1909 bis 1912. - J. Reiber u. St. Richarz, Eine Expedition ins Torricelligebirge, Peterm. Mitt. 1910, 2. Heft u. folgende. - St. Richarz, Der geologische Bau von KaiserWilhelms1and nach dem heutigen Stand unseres Wissens, Neues Jahrb. f. Min.,Geol. u. Pal. Berl. 1910, Beilage-Bd. 29, S. 406-536. - G. Friederici, In das Hinterland der Nordküste des KaiserWilhelms1andes. Peterm. Mitt. 1910, 11, 182-185. -H. Wichmann, Die deutsch-niederländische Grenzkommission in Neuguinea. , Peterm. Mitt. 1911 S. 184 ff u. Taf. 41. - G. Pilhofer, Reiseberichte in Peterm. Mitt. 1911, II. S. 187-191, Taf. 24, u. 1912, II. S. 143-147, Taf. 22. - Penck, Zur Rückkehr der Expedition zur Erforschung des Kaiserin-Augustaflusses, ZGErdk. Berlin 1913 S. 713-719. - C. Gagel. Beiträge zur Geologie von Kaiser- Wilhelms1and, Beiträge zur Erforschung der deutschen Schutzgebiete H. 4. Berl. 1913. - W. Behrmann, Geographische Ergebnisse der Kaiserin Augustafluß- Expedition (Ztschr. Ges. Erdk. Berlin 1914. S. 254-277). - H. Andexer, Der untere Lauf des Watuf (Ztschr. Ges, Erdk Berlin 1914 S. 277280). - L. Schultze, Forschungen im Innern der Insel Neuguinea , Erg. Heft 11 der Mitt. a. d. d. Schutzgeb. Berl. 1914. - Zu 8: Schumann u. Hollrung, Flora von Kaiser- Wilhelms1and, Berl. 1889. - Schlechter , Guttapercha- und Kautschuk-Expedition, Berl. 1911. - Zu 9: E. A. Jentink, On the New Guinea Mamma1s in Notes Leiden Mus. Bd. 28, 1907, 161 ff. - A. Reichenow, Zur Vogelfauna von Kaiser - Wilhelmsland in Journ. f. Ornith. 1897, 201 ff u. 1898, 124 ff. - F. Werner, Die Reptilien und Batrachier von Deutsch -Neuguinea in Verh. zool.-bot. Ges. Wien, Bd. 51, 1901, 602 ff. - B. Hagen, Verzeichnis der in Kaiser - Wilhelmsland und Neupommern gesammelten Tagschmetterlinge in Jahrb. Nass. Ver. Naturk. Jahrg. 50, 1897, 23 ff. - Zu 10: Neuhauß, Deutsch-Neuguinea. Berl. 1911. Werner, Kaiser -Wilhelmsland. Freiburg 1911. - Reiber, Kinderspiele in Deutsch-Neuguinea. Baeßler -Archiv 1911. - Vogel, Eine Forschungsreise im Bismarckarchipel. Hamb. 1911. - Pöch, Reisen in Neuguinea 1904/06, Zeitschr. J. Ethn. Berl. 1911. -Finsch, Samoajahrten. Lpz. 1888. - Hagen, Unter den Papuas. Wiesbad. 1899. - Reche, Der Kaiserin-Augustafluß. Hamb. 1913.