Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 221 f.

Kampo, Ort und Fluß in Kamerun. 1. Der Ort K. liegt an der Küste von Kamerun, an der Mündung des gleichnamigen Flusses, der die Grenze zwischen deutschem Gebiet und Spanisch- Guinea an seiner Mündung bildet. Der Ort ist unbedeutend, weil der K.fluß eine Barre an seiner Mündung besitzt und darum einen sehr schlechten Hafen bildet. Die Ausfuhr hat demgemäß eine Einbuße von Jahr zu Jahr erlitten. Im Jahre 1911 betrug sie 28341 M, 1912 nur noch 20557 M. Der ganze Handelswert belief sich in K. auf 81350 M (1911) resp. 77 508 M (1912). Das Hauptprodukt der Ausfuhr sind Erzeugnisse der Forstwirtschaft. Am Ende der Schiffahrt stromaufwärts liegen die Plantagen der Gesellschaft Südkamerun und der K. -Plantagen. K. gehört zum Bezirk Kribi, besitzt aber eine Regierungsstation, einen Zollposten, eine Postagentur sowie eine ganze Anzahl von Faktoreien und Pflanzungen. 2. Der Fluß K. oder Ntem entspringt ebenso wie die Nebenflüsse des Iwindo (s.d.) auf dem Sandsteinrücken, der sich in nordsüdlicher Richtung durch den südlichsten Teil unserer Kolonie zieht. Er fließt auf fast seinem ganzen Laufe in ostwestlicher Richtung. Ebenso wie der Oberlauf des Iwindo fließt er zuerst in einer flachen, sehr sumpfigen Gegend bis etwa Minvul. Dann beginnt er seine Erosionstätigkeit. Unterhalb des Einflusses des Nebenflusses Kom beginnt die Region der Stromschnellen, die bis fast bis zur Mündung sich fortsetzen. Beim Einfluß des Mwila tritt die erste eigenartige Gabelung des Flusses auf, die sich bald noch einmal wiederholt und das letzte Mal, eben vor der Mündung in ganz großem Maßstab nochmals auftritt. Hier trennen sich die beiden Arme des Flusses auf eine Länge von 40 km in der Luftlinie und entfernen sich dabei voneinander auf eine Strecke von 15-20 km. Das Eigenartige bei dieser Flußgabelung ist, daß dieselbe nicht in sumpfigem Gelände stattfindet, sondern daß das Terrain gebirgig ist, daß sich bedeutende Höhen zwischen die beiden Arme legen. Es scheint, als ob die Gabelung auf den Stufen, in denen das Plateau zum Meere hin abgesunken sind, vonstatten geht. - Die Nebenflüsse des K. von links sind der Nje, der Nku, der Kié, der im Osten die Grenze gegen Spanisch-Guinea bildet, der Wuru und der Lo. Bedeutender sind die Nebenflüsse des K. von rechts. Der Kom, der wohl der größere Quellfluß des Ntem ist, entspringt auf der südlichen Njemplatte, mit seinen Nebenflüssen Mbua und Lobo; der Mboro und der Mwila, die beide nördlich und südlich von Ebolowa entspringen, ferner der Mbigli, der Ndscho, der Biwume, die alle drei schon vom Rande des Hochplateaus herunterfließen. Die Vegetation des K.gebietes ist dichter Urwald und Sumpfwald. Die Völker seines Flußgebietes gehören zu den Fang (s.d.), und nur an seiner Mündung mögen Bantustämme sitzen. Die Schiffbarkeit des K. beschränkt sich von seiner Mündung aus auf eine Anzahl von Kilometern, ferner auf eine kurze Strecke seines Oberlaufes, nämlich von Minvul bis zum Einfluß des Kom. Von Siedelungen im Flußgebiet des K. sind nur Ebolowa und Kampo zu erwähnen.

Passarge-Rathjens.