Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 222

Kamptz, Oltwig Wilhelm Adolph Ernst v., geb. 21. April 1857 zu Torgau; am 1. Juli 1876 eingetreten in das 4. Garde-Grenadier-Regiment; 14. Febr. 1878 Leutnant; 22. März 1887 Oberleutnant; 28. Juli 1892 Hauptmann; 24. Okt. 1893 als Kompagniechef in das II. Seebataillon; 11. Nov. 1895 unter Stellung à la suite des II. Seebataillons zur Vertretung des Kommandeurs der Schutztruppe für Kamerun kommandiert; 18. Okt. 1897 unter Ernennung zum Kommandeur zur Schutztruppe für Kamerun versetzt; 27. Jan. 1900 Major; 18. April 1901 als Bataillonskommandeur in das Infanterie-Regiment Nr. 75; 2. Nov. 1904 zum IV. Bataillon 2. Feldregiments der Schutztruppe für Südwestafrika; 10. April 1906 Oberstleutnant; 1. Mai 1907 zum Stab des Infanterie-Regiments Nr. 28; 19. Jan. 1909 unter Verleihung des Charakters als Oberst und mit der Erlaubnis zum Tragen der Uniform der Schutztruppe für Kamerun verabschiedet, lernte als Führer eines Detachements von 120 Seesoldaten 1894 zum ersten Male Kamerun kennen. In den Jahren 1896-98 führte er zur Sicherung der deutschen Besitzergreifung mehrere erfolgreiche Expeditionen gegen die Jaunde, Ikoi, Bane-Buli und Fang, um dann durch den Wute- Adamauafeldzug (Dez. 1898 bis April 1899) ein großes Stück des Hinterlandes zu erschließen und bis nach Ngaundere den Handelsweg zu öffnen. Nachdem er auf einem Erholungsurlaub in Deutschland die Fortsetzung der begonnenen Erschließung durch eine erhebliche Vermehrung der Truppe in die Wege geleitet und nach seiner Wiederausreise, August 1900, die Vorbereitungen der großen Tsadsee-Expedition in die Hand genommen hatte, erfolgte Ende desselben Jahres seine Rückberufung nach Deutschland, und am 18. April 1901 seine Versetzung als Bataillonskommandeur in das Infanterieregiment Nr. 75. Während des großen Aufstandes in Deutsch-Südwestafrika (s. Hereroaufstand) nahm v. K. 1904/05 an dem Feldzug gegen die aufständischen Hottentotten teil und wurde im Gefecht bei Narus am 17. Juni 1905 schwer verwundet.

Zimmermann.