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Kaokoveld. Das K. bildet die der Küste parallel verlaufende
Westlandschaft
des nördlichen Deutsch-Südwestafrika, deren Ostgrenze im allgemeinen
durch
die Wasserscheide zwischen dem Kalaharigebiet und dem Atlantischen Ozean
bestimmt wird. Nur der Oberlauf des südlichen Riviers, des Ugab, bildet eine Ausnahme. So fällt das Gebiet fast
durchaus in die Urgesteinszone, innerhalb welcher die an vereinzelten
Stellen auftretenden geschichteten Gesteine ganz in den Hintergrund
treten.
- Für die Entwicklung des orographischen Baues sind die Flüsse maßgebend
gewesen. Diese haben in das an sich nicht sehr hohe Gebiet, das mit
Ausnahme
eines in der Nähe des Kunene sich
erhebenden
Hochlandes von wohl 1600 m Mittelhöhe selbst auf der Wasserscheide kaum
über 1200 m emporsteigt, in eine Reihe von Tafeln und Klötzen zerschnitten,
die in ihren Ausläufern wie riesenhafte Festungen und Bastionen in die
Namib vorspringen. Weite Täler, deren
unterste
Flächen oft noch einige Kilometer in der Breite Messen,
sind bisweilen mehrere hundert Meter tief in das Hochland eingesenkt.
Infolge der Arbeit der Flüsse ist an den Angriffen des Wassers besonders
ausgesetzten Stellen ein reger Wechsel der Landschaftsformen entstanden,
wie er in diesem Grade in anderen Gegenden der Kolonie nicht angetroffen wird. - Klimatisch bildet
das K eine eigenartige Landschaft namentlich insofern, als in den tiefen
und geschützten Tälern eine fast tropische Wärme herrscht. Infolgedessen
reicht hier die Hyphaene, die Palme des Schutzgebiets, trotz der Nähe
des Meeres bis über den 20. Breitengrad hinaus nach Süden. Anderseits
sind die Niederschläge selbst im Innern des
Kaokogebietes
ziemlich gering. Sie gehen selbst auf den östlichen Hochflächen kaum
über
80 cm Jahresmenge hinaus. Auf diesen ist infolgedessen eine offene,
nicht
sehr dicht bestandene Grasweide überwiegend, dazwischen nehmen auch die
mit Halbsträuchern untermischten Flächen reichlichen Platz ein. In den
Flußweitungen jedoch findet sich infolge ihrer Ausdehnung, reicheres
Weideland
und auch sonst kräftiger Pflanzenwuchs. - Diese abgelegene Landschaft,
die in manchen Gegenden von Europäern nur selten besucht wurde, galt bis
vor kurzem als wildreich. In der Tat war sie noch vor einigen Jahren als
Zufluchtsort für einzelne Arten Großwild, darunter das Rhinozeros und die Giraffe, bekannt und wurde
bisweilen das Ziel größerer Jagdexpeditionen. Dem großen Wilde tat auch
die geringe, aus Swartboihottentotten
(s.d.) und Bergdamaras (s.d.)
bestehende Bevölkerung, zwischen denen noch
die Owatjimba, ein verarmter
Hererostamm
(s. Herero), leben, weniger Abbruch, als dies in den
mittleren
und südlichen Gegenden der Fall gewesen war. Auch heute noch gehört das
K. zu den wirtschaftlich am wenigsten entwickelten und erst sehr schwach
besiedelten Landschaften des Schutzgebiets, ein Zustand, der um so
erklärlicher
ist, wenn man berücksichtigt, daß es nächst der östlichsten Omaheke am weitesten von allen Verkehrslinien des
Schutzgebietes entfernt liegt.
Literatur: G. Hartmann, Das Kaokogebiet
in Deutsch-Südwestafrika
auf Grund eigner Reisen und Beobachtungen, ZGErdk. Berl. 1897, Bd. d.
Verhdlgn. -Ders., Beitrag zur Hydrographie und Orographie des nördlichen
Kaokofeldes. Lpz. 1904.
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