Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 235

Karasberge. Die östlichen oder großen K. bilden ein gewaltiges Urgesteinsmassiv im Südosten des Namalandes (s.d.) in Deutsch- Südwestafrika, das über die das Gebirge umgebenden Schichten bis zu 1000 m emporsteigt, denn es gipfelt in nicht weniger als 2200 m über dem Meere. Die westlichen oder Kleinen K., die nur bis zu rund 1500 m emporsteigen, gehören ihrem inneren Bau nach zu den geschichteten Gebirgen der Mittelzone des Namalandes. Diese wilden, von tiefen Tälern und Schluchten zerrissenen, mit Wasserstellen versehenen, dafür aber selbst auf den Hochflächen schwer passierbaren Gebirge haben während des großen, 1904 beginnenden Hottentottenkrieges (s. Hereroaufstand) verschiedentlich den Aufständischen als Schlupfwinkel gedient. Zu den in ihrem Bau begründeten Schwierigkeiten, mit denen unsere Truppen zu rechnen hatten, kam noch der Umstand, daß beide Berglandschaften damals noch in ihrem Innern so gut wie unbekannt waren.

Dove.