Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 260

Kete-Kratschi, Regierungsstation und Verwaltungsbezirk in Mitteltogo. 1. Die zwischen den Orten Kete (s.d.) und Kratschi (s.d.) in der Nähe des Volta gelegene Station K. wurde Ende 1894 gegründet; sie ist der Sitz der lokalen Verwaltung des gleichnamigen Bezirks und dauernd mit meist 2 europäischen Verwaltungsbeamten besetzt. In K. befindet sich eine Zollhebestelle und eine Post- und Telegraphenanstalt, bei K. eine größere Regierungsversuchspflanzung (s. Tafel 188). Mit der Station K. ist eine meteorologische Beobachtungsstation höherer Ordnung verbunden. Seehöhe 107 m. Mittlere jährliche Regenmenge 1335 mm (Mittel aus 13-15 Beobachtungsjahren). Bei K. befinden sich im Volta sehr starke Stromschnellen, welche auch mit Kanus zu keiner Jahreszeit durchfahren werden können; Waren und Kanus müssen, wenn sie die dortigen Schnellen passieren sollen, über Land transportiert werden. -2. Der Verwaltungsbezirk K. umfaßt die Landschaften Kratschi, Tschangboröng (s.d.), Nawuri (s.d.), Nanumba (s.d.), Atjuti (s.d.), Adele (s.d.), Ntribú (s.d.), Tapa (s.d.) und Apai (s.d.). Die Eingeborenenbevölkerung wird auf 20000 Köpfe geschätzt; es treffen 1,3 Personen auf das Quadratkilometer. Der Bezirk K. ist der am dünnsten bevölkerte Verwaltungsbezirk Togos.

v. Zech.