Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 299

Kilimatinde, Ort an der Grenze von Ugogo (s.d.) in Deutsch-Ostafrika, 1120 m ü. M., liegt auf der Terrasse zwischen den beiden Steilabfällen, aus denen hier die Ostafrikanische Bruchstufe (s.d.) zusammengesetzt ist. Die eine Stufe erhebt sich etwa 150 m über K., die andre senkt sich ebensoviel tiefer herab. K. war früher Militärstation, dann Sitz eines Bezirksamts, hat jetzt eine Nebenstelle des Bezirksamts Dodoma (s.d.). Die jährliche Regenmenge beträgt 621 mm im siebenjähr. Mittel. Das Jahresmittel der Temperatur beträgt 22,9°, das des November 25,5°, das des Juni 20,8°. Die mittlere tägliche Schwankung ist 12,5. Post. Telegraph. Das Fort K. (s. Tafel 92) ist Standort der 4. Kompagnie der Schutztruppe. Die Bezirke K. und Mpapua sind 1912 verschwunden, an ihre Stelle sind zum Teil Dodoma und Kondoa-Irangi getreten, ein kleineres Stück von Mpapua fiel auch an Morogoro. Die Art der Verteilung der Bezirke erhellt aus den folgenden Angaben, bei denen die neue Zugehörigkeit durch D. = Dodoma, K-I. = Kondoa- Irangi bezeichnet ist. Zu K. gehörten Ujansi D., Turu D., Ost-Ukimbu (= Itumba) D., Ugogo D., Iramba K-I., Issansu K-I., Ussandaui K-I. Zu Mpapua gehörten das westliche Ussagara D., die südliche Massaisteppe K-I., Irangi K-I. und Kagaru, das an Morogoro fiel (s. die einzelnen Landschaften unter ihren Namen).

Uhlig.