Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 299

Kilwa, Küstenbezirk von Deutsch-Ostafrika mit der Hauptstadt Kilwa- Kiwindsche (s.d.), ist einschließlich der dazugehörigen Inseln, Mafiagruppe (s.d.), K.-Kissiwani (s.d.), Ssonga- Manara (s.d.) und kleineren, etwa 56900 qkm groß, reicht im Nordwesten bis zum Rufiji, wird im Westen durch den Mbarangandu- Luwegu-Rufiji, im Süden durch den Mbemkuru begrenzt. K. umfaßt hinter einem hügeligen Küstensaum von durchschnittlich 12 km Breite die Matumbiberge (s.d. 1, mit der Bezirksnebenstelle Kibata) und Kissi und, südlich des Matandu, eine Reihe kleinerer Plateaulandschaften, deren größte Kiturika ist. An diese alle schließt sich landeinwärts ein Streifen ganz wenig bewohnten, weil sehr wasserarmen Landes. Im Westen liegen dann längs der genannten Flußgrenze, nördlich Utete und südlich Donde mit der Bezirksnebenstelle Liwale (s. diese). Ein dritter derartiger Amtssitz ist Tschole (s. Mafia) für Mafia. Im Jahre 1913 hatte K. an farbiger Bevölkerung etwa 96200 Einheimische und 1704 Nichteinheimische, dazu 49 Europäer. Das bedeutet die sehr geringe Dichte von 1,7. Die Menge des in K. vorhandenen Viehs wurde 1913 geschätzt zu 3090 Rindern, nur 5190 Ziegen und 330 Schafen. Nur 40 Rinder, 181 Stück anderes Vieh, 17 Reittiere waren im Besitze 8 europäischer Betriebe. Obwohl in der Hauptsache der Verkehr des Bezirks K. mit der Außenwelt gezwungen ist, sich der schlechten Reede der Hauptstadt zu bedienen, haben doch auch in K. eine Reihe europäischer Unternehmungen eingesetzt. 6 Firmen und 7 Ansiedler betreiben Pflanzungen von Baumwolle, Manihot-Kautschuk, Kokospalmen, Kapok, auch mit Sisal ist begonnen worden. Die Gesamtfläche der Pflanzungen betrug 1908 87,9 qkm, wovon 13,7 bebaut waren. In den Jahren 1909/12 sind insgesamt 9 Pflanzungsverkäufe und 10 Verpachtungen vom Gouvernement ausgeführt, die Flächen von 17,3 und 61,3 qkm betrafen.

Uhlig.