Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 300

Kilwa-Kiwindsche, d. i. das Kilwa der Casuarinen (s.d.), Küstenstadt (s. Tafel 107) in Deutsch-Ostafrika, ist Hauptstadt des Bezirks Kilwa (s.d.). 4 km nördlich mündet der Matandu (s.d.) und ein alter Eingangsweg ins Binnenland, der bis zur Befestigung der deutschen Herrschaft eine wichtige Sklavenstraße war. Die Sklavenhändler waren hier im Araberaufstand (s.d.) besonders tätig. Der Strand von K.-K. ist sehr flach, so daß die Schiffe der Deutsch- Ostafrikalinie etwa 3 km vom Land auf wenig geschützter Reede ankern müssen. Die Dhaus (s.d.) gehen bei Hochwasser dicht ans Land, lassen sich dann trocken Fallen. - K.-K. liegt auf einer jungen Strandterrasse, im Hintergrund erhebt sich etwa 5 km von der Küste der flache Ssinginoberg zu 167 m Höhe. Er liefert der Stadt das Wasser. K.-K. besitzt Post, Telegraphen, Zollamt, es dürfte jetzt kaum 4000 Einwohner haben. Die Zahl der im Jahr 1908 (seither keine Einzelangaben für K.-K. veröffentlicht) angekommenen größeren Dampfer betrug 40 mit 117600 Registertonnen, ferner 53 Gouvernementsdampfer mit 12495 Registertonnen. Der Dhauverkehr war früher von Bedeutung. Noch 1901 kamen an 875 Dhaus mit 11032 cbm Rauminhalt; 1908 waren die entsprechenden Zahlen nur noch 360, 5477; 1912: 224, 4924. Die Einfuhr und Ausfuhr hatte 1908 einen Wert von 0,705 und 1,342, 1912 von 1,125 und 1,186 Mill. M. Im allgemeinen sind die Werte in den letzten 10 Jahren langsam gewachsen, allerdings viel weniger als in Deutsch-Ostafrika insgesamt. Für die Ausfuhr sind wichtig: Baumwolle, Ölfrüchte als Sesam und Kopra, Lianenkautschuk, Wachs und etwas Elfenbein; bei der Einfuhr betragen die Textilwaren die Hälfte des Gesamtwertes, daneben sind Reis und Metallwaren zu nennen.

Uhlig.