Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 302

Kingani oder Ruwu (d. i. Fluß), Fluß in Deutsch-Ostafrika, der aus einigen Quellbächen, deren größter der Mbesi ist, im zentralen Uluguru (s.d.) entspringt und die Ostabdachung herabkommt. Er fließt nach Südosten in das tiefgelegene Kutu (s.d.), wo er von rechts den längeren Mgeta aufnimmt, der von der Westseite Ulugurus kommend, das Gebirge im Süden umgeht. Beide führen stets Wasser. Von hier ist die Richtung des K. östlich, bald immer mehr nördlich. Er fließt an Usaramo (s.d.) vorbei, dessen Abflüsse er von rechts aufnimmt; von links mündet der wiederum längere Ngerengere, der wie der Mgeta am Westhang Ulugurus entspringt, aber wegen seines weiten Steppenwegs in der Trockenzeit versiegt. Etwa von hier an mäandriert der K. stark, fließt durch eine schmale alluviale Niederung, sein eigenes Werk, die sich mit durchschnittlich 4 km Breite über gut 60 km bis zur Mündung, 6 km n. von Bagamojo (s.d.), hinzieht. Auf dieser Strecke ist der Fluß für Boote schiffbar, aber er ist während und nach der Regenzeit sehr reißend, seine Wasserführung überhaupt sehr ungleichmäßig. Die Länge des K. beträgt etwa 285 km, die Entfernungen entlang dem Mgeta und dem Negerengere von ihren Quellen bis zur K.-Mündung sind ungefähr 360 und 315 km.

Uhlig.