Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 308

Klageweiber. Tritt bei Eingeborenen ein Todesfall ein, so gebietet die Sitte der Regel nach eine Laute Totenklage der Angehörigen, die dabei weinen, schreien und die Haare raufen, aber auch Verrenkungen ausführen bis zur Erschöpfung. Die Totenklage kann sich vom Eintritt des Todes bis zur Beendigung der Bestattung erstrecken und stellt starke Anforderungen an die Körperkräfte. Bei Völkern höherer Kultur überträgt daher die Familie vielfach die Ausführung der für die Öffentlichkeit durch die Sitte gebotenen Totenklage Fremden, der Regel nach Frauen, den K., die daraus eine Erwerbsquelle machen (s. Bestattung der Toten).

Thilenius.