Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 325

Kolonialdienst im Sinne des KolBG. vom 8. Juni 1910 ist der Dienst eines Beamten, der vom Kaiser als Schutzherrn der Kolonien angestellt ist oder gemäß den Schutzgebietsgesetzen den Anordnungen des Kaisers Folge zu leisten verpflichtet ist (§ 1 KolBG., § 1 RBG.). Der K. ist nicht gleichbedeutend mit dem "Dienst in den Schutzgebieten". Ein Beamter kann im K. stehen, ohne jemals in einem Schutzgebiet gewesen zu sein, und andererseits werden zahlreiche Beamte in den Schutzgebieten beschäftigt, ohne in den Kolonialdienst übernommen zu sein, z.B. Reichspostbeamte (§ 59 KolBG.; s. Kolonialbeamte a. E.). Seiner Bestimmung nach fällt allerdings der K. mit dem Dienst in den Schutzgebieten zusammen. Das KolBG. gebraucht daher die Bezeichnung "kolonialdienstunfähig" im Sinne von unfähig für den Dienst in den Schutzgebieten. Der K. ist ein Zweig des Reichsdienstes insofern, als der eigentliche Inhaber der kolonialen Staatsgewalt das Reich ist, in dessen Namen der Kaiser die Schutzgewalt ausübt.

v. König.