Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 351

Kondoa-Irangi, Ort und Bezirk in Deutsch-Ostafrika. 1. Der Ort Kondoa in Irangi (s.d.) liegt mitten in dieser Landschaft in 1420 m ü. M. an einem Nebenflüßchen des Bubu (s.d.). Die Regenmenge ist 546 mm im zehnjähr. Mittel. Nach der Verteilung des Niederschlags über das Jahr (s. Tab. Deutsch- Ostafrika 4) und nach dem Temperaturgang hat die Gegend durchaus kontinentales Passatklima. Der wärmste Monat ist der Nov. mit 22,5°, der kühlste der Juli. mit 18,5°, das Jahresmittel beträgt 20,6°. Kondoa war einst Militärposten, ist jetzt Sitz des Bezirksamts. Post. Standort (s. Tafel 92) der 13. Kompagnie der Schutztruppe und von 60 Mann Polizeitruppe. 2. Der Bezirk K. - I. hat etwa 55600 qkm Fläche; er wurde 1912 gebildet (s. Kilimatinde). Zu ihm gehören die Landschaften Issansu und Iramba nebst Ussure, Mangati (rings um den Hanang), Ufiomi, Uassi, Irangi, Burungi, Ussandaui (s. diese). Rund 21000 qkm von K.-I. werden von der Massaisteppe südlich des 4° s. Br. eingenommen. Sie ist so gut wie menschenleer. Der Rest des Bezirks hatte Anfang 1913: 218300 Eingeborene, wozu noch 178 nichteingeborene Farbige und 70 Europäer kamen; das ergibt für den Bezirk, abgesehen von der Massaisteppe, die Dichte von etwas über 6. Die Eingeborenen hatten 196370 Rinder, 172010 Schafe, 150830 Ziegen, 5650 Esel. Im Europäerbesitz waren in 10 Betrieben mit 30,3 qkm Weideland 2366 Rinder, 402 Stück Kleinvieh, 282 Schweine, 257 Esel und Maultiere, 28 Strauße. - Nebenstelle des Bezirksamts ist Mkalama (s.d.).

Uhlig.