Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 359

Kontscha, Stadt der Fulbe (s.d.) im Sultanat Banjo (s.d.) in Kamerun. Sie liegt im Tale des Mao Deo (s. Faro), des linken Nebenflusses des Faro, in 405 m Meereshöhe in lieblicher und fruchtbarer Umgebung. Sie beherrscht die Landschaft K., die sich vom Tschebtschigebirge bis zum Faro erstreckt. Ehemals war K. die Hauptstadt des Haman Gabdo, der sie 1835, von den heidnischen Banglang eroberte. Er eroberte auch Gaschako und Banjo. Nach seinem Tode 1873 verlegte Omaru die Residenz nach Banjo. Der Grund ist wohl in der zunehmenden Verödung des Landes infolge der Sklavenjagden zu suchen. Eine Menge zerfallener Gehöfte zeugen noch von der einstmaligen Größe K.s. - Der Weg nach Gaschaka führt durch ziemlich ebenes Gelände; um nach Banjo zu kommen, müssen aber 2 Pässe von 1420 und 900 m Höhe im Genderogebirge überschritten werden. Die große Handelsstraße der Haussa (s.d.) führt von Jola auf englischem Boden über K., Banjo nach Tibati und bis Jaunde oder bis Bamenda und zur Küste.

Passarge- Rathjens.