Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 363

Korallen nennt man Pflanzentiere (s.d.) mit Kalkskelett. Aus kleinen Poren oder strahlenförmigen Öffnungen dieses Skeletts kommen die Einzelpolypen des Tierstockes hervor (s. Tafel 191/92, Abb. 2 u. 3). Der Tierstock pflanzt sich in erster Linie durch Knospung fort. Teils leben die K.stöcke einzeln, teils bilden sie Riffe. Die als Schmuck in den Handel kommende Edel-K. kommt nicht in K.riffgegenden vor, sondern im Mittelmeere und Atlantischen Ozean. Auch die schwarzen K. der Südsee leben einzeln. Zu den Riff-K. gehören die massigen Asträiden oder Stern-K. (z.B. Favia cavernosa, Abb. 3) und die verästelten Madreporiden (Abb. 2). - Die pilzförmigen Arten der Gattung Fungia kommen in der Nähe von K.riffen vor, ohne an deren Aufbau teilzunehmen. Ebenso gibt es einzelne verästelte Arten, die sich nur in den Lagunen innerhalb der K.riffe finden. Über die Verbreitung der Riff-K. in unsern Kolonien s. K.riffe. S.a. Koralleninseln.

Dahl.