Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 369

Kotoko oder Makari (s.Tafel 110),Volksstamm im Süden des Tsadsees in Kamerun, westlich vom Schari und im Sumpfland des unteren Logone. Ihre nächsten Verwandten sind die Musgu (s.d.) weiter südlich, mit denen sie die Gruppe der Massa bilden. Andererseits gleichen sie in kultureller Hinsicht den Kanuri (s.d.) und sind wie diese Mohammedaner; allerdings wird ihre Rechtgläubigkeit in Zweifel gezogen, und sie gelten als gefährliche Zauberer. Sie scheinen auch nicht frei von asiatischer Blutmischung zu sein, wenigstens lassen ihre Sagen auf fremde Einwanderungen schließen. Die Ureinwohner des Landes sind die ausschließlich Jagd treibenden Kerebina, vielleicht Nachfolger des alten Volks der Sso. Die K. bewohnen ausschließlich Städte mit Lehmmauern und stehen auf relativ hoher Kulturstufe. Ihre Häuser haben viereckigen Grundriß und oft ein oberes Stockwerk. Sie sind meist Handwerker und Händler, treiben aber auch Ackerbau und Fischfang. Ihre Schiffe sind kunstvoll aus genähten Planken mit hohem Schiffsschnabel. Politisch gehörten die K. früher zum Reich Bornu und zerfielen in mehrere Kleinstaaten, von denen Karnak-Logone (Logone Birni) ziemlich selbständig war.

Passarge-Rathjens.