Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 370

Kpandu, Landschaft mit gleichnamiger Hauptstadt im Verwaltungsbezirk Misahöhe (s.d.) in Togo. Die Landschaft K. nimmt ein Gebiet zwischen dem Daji und dem Volta ein, welches im Norden von den Landschaften Kunja und Lawánjo, im Süden von Awéme, Sowié-Lawánjo und Béwi begrenzt wird. Durchzogen wird die Landschaft K. von einer von Süd nach Nord streichenden niederen Bergkette, welche dem zentralen Togogebirge westlich vorgelagert ist. Das K.gebiet enthält zum überwiegenden Teil Baumsteppe, zum Teil fruchtbaren Waldboden. Es ist ziemlich reich an Ölpalmen. Die Eingeborenen der Landschaft K. gehören dem Ewestamm an; sie sind Ackerbauer und betriebsame Händler. Unter anderem haben sie sich auch dem Baumwollbau zugewendet. - Der Oberhäuptling der Landschaft K. hat seinen Sitz in der Hauptstadt K. Bei letzterer liegt die 1896 gegründete von einem europäischen Beamten besetzte Regierungsstation K., welche dem Bezirksamt Misahöhe unterstellt, und mit der eine Zollhebestelle sowie eine meteorologische Beobachtungsstation höherer Ordnung verbunden ist. In K. befindet sich eine Post- und Telegraphenstation, bei K. ein Regierungsversuchsgarten. Die katholische Steyler Mission unterhält in K. eine von Europäern besetzte, die Norddeutsche Missionsgesellschaft eine von einem farbigen Pastor geleitete Station, die Katholische Mission auch eine Schwesterniederlassung. Die Deutsche Togogesellschaft hat in K. eine Baumwollentkernungsanlage im Betrieb. Mittlere jährliche Regenmenge 1378 mm (Mittel aus 7-8 Beobachtungsjahren). Seehöhe der Ortschaft K. 170 m, der Station K. 210 m.

v. Zech.